Für die Bau- und Immobilienbranche konnte rückblickend von einem glänzenden Jahr 2007 gesprochen werden. Die sehr günstige Wirtschaftslage liess das Investitionsvolumen für Hochbauten auf frühere Rekordmarken klettern. Trotz diesem grossen Angebot konnten die Anbieter für Wohneigentum im Vorjahresvergleich je nach Region nochmals höhere Preise durchsetzen.

Enorme Preissteigerungen

Der überdurchschnittlichen Nachfrage der Vergangenheit stand ein zu geringes Angebot gegenüber und konnte nur ungenügend aufgefangen werden. An den «Hot spots» rund um den Zürichsee und in der Stadt Zürich wurde als Konsequenz davon eine Verdoppelung bis Verdreifachung der effektiv bezahlten Preise gegenüber vor acht Jahren registriert. Wer eine Liegenschaft zu verkaufen hatte, konnte den Preis beinahe im Alleingang bestimmen. Dieser riesige Nachfrageschub war die Folge der überdurchschnittlich starken Zuwanderung zahlungskräftiger Arbeitskräfte aus dem Ausland sowie der wachstumsstarken Gesamtwirtschaft.

Vom Verkäufermarkt ...

Welche Entwicklungen das zu Ende gehende und das nächste Jahr bringen werden, darüber scheiden sich die Geister. In jedem Fall wird 2008 für die Immobilienanbieter nicht so reibungslos verlaufen wie 2007. Das laufende Jahr war und ist geprägt von Einflussfaktoren wie der sich abschwächende n Konjunktur, dem immer noch schwer abschätzbaren Ausmass der internationalen Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft sowie der unklaren Richtung der Zinsentwicklung. Eigentlich müssten die Zinsen bei rückläufiger Wirtschaftsaktivität fallen, doch sind der Nationalbank angesichts des schwachen Schweizer Frankens und steigender Inflation die Hände mehr als gebunden.

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Auf die Immobilienpreise dürfte sich all dies dämpfend auswirken, zumal der Immobilienmarkt rund um Zürich stark mit dem Wohlergehen der hiesigen Finanzbranche verknüpft ist. Mit neuen Preisrekorden sollte also nicht mehr gerechnet werden. Bestenfalls kann von einem stabilen Preisniveau ausgegangen werden.

... hin zum Käufermarkt

Die derzeit weit verbreitete Unsicherheit unter den Marktakteuren wird ihre Spuren in Teilen des Immobilienmarktes hinterlassen. Die Wirtschaft wird sich abschwächen und eine europäische Abkoppelung von der Krise in den USA ist reines Wunschdenken. Durch diese Abschwächung der Wirtschaft wird sich der Zustrom ausländischer Käufer verkleinern. Bekanntlich steckt hinter jeder Immobilie immer auch ein Arbeitsplatz. Dementsprechend wird das künftige Angebot weniger rasch absorbiert werden. Der Markt wird sich in gewissen Marktregionen beruhigen, und die Bäume werden nicht mehr in den Himmel wachsen. Tendenziell werden sich die Preise über alles gesehen abkühlen. Der Markt wird sich in gewissen Regionen in Richtung Gleichgewicht, weg vom Verkäufermarkt hin zum Käufermarkt, bewegen.

Die Marktregion rund um den Zürichsee und die besten Stadtquartiere werden von dieser Entwicklung wenig betroffen sein, da sie von jeher andere Marktgegebenheiten kennen. Auch ist der Immobilienmarkt kein homogenes Gebilde. Einzelne Objektarten – Einfamilienhäuser, Stockwerkeigentum und Bauland – sind stets individuell aufgrund ihrer Makro- und Mikrolage mit der ihnen gebührenden Sensibilität zu beurtei-len. Den Immobilienmarkt und dessen Angebote über einen Leisten zu schlagen, wird noch weniger als bisher möglich sein.

Wer in nächster Zeit seine Immobilie veräussern will, wird sich grösseren Herausforderungen als noch vor zwölf Monaten gegenübersehen. Um so wichtiger erscheint uns der Beizug eines professionellen Immobilienberaters.