Der Chef der französischen Saint-Gobain ist überzeugt, dass der Verkauf der Sika-Mehrheit an sein Unternehmen gelingen wird. Er habe Geduld, sagte Pierre-André de Chalendar vor Journalisten in Paris.

Auf ein paar Monate mehr oder weniger käme es nicht an, denn die Übergabe der Kontrollmehrheit an Saint-Gobain sei eine sinnvolle, gewinnbringende Transaktion für beide Seiten. Er glaubt indes nicht, dass sich der Streit noch über Jahre hinziehen wird. Einen Zeitraum wollte er hingegen nicht nennen.

Lob für Sika-Manager

Einmal vollbracht, glaubt er, dass die meisten Manager nach der Übergabe an Bord bleiben. Er lobte ausdrücklich die Leistung der Sika-Manager.

Die Gegenseite, also das Top-Management und der Verwaltungsrat, betonen jeweils ebenfalls, dass es bisher im breiten Management keine Kündigungen gegeben haben. Sie werten dies als Zeichen der Verbundenheit.

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Drei Punkte stehen nicht zur Diskussion

De Chalendar betonte auuserdem seine Gesprächsbereitschaft. Nur über drei Punkte verhandle er nicht: Den Rückzug von Saint-Gobain, die Vollübernahme und den Verkauf des Moertel-Geschäfts. Die Sika-Geschäftsführung und der Verwaltungsrat wollten aber mit ihm nur genau über diese drei Punkte diskutieren. In den Augen von Saint-Gobain sind das Killer-Argumente. Bereit wäre de Chalendar für Gespräche über die Governance, also zum Beispiel über die Besetzung des Verwaltungsrates.

Entfacht war der Streit um Sika im vergangenen Dezember. Die Erben-Familie will ihre Anteile an den französischen Grosskonzern Saint-Gobain verkaufen. Sie bekäme dafür 2,75 Milliarden Franken. Weil sie die Stimmenmehrheit hat, ginge auch die Kontrolle über Sika zu Saint-Gobain über. Der Sika-Verwaltungsrat sowie das Management lehnten diese Transaktion von Anfang an ab.

(sda/ise/ama)