Der Mengenabsatz der Schweizer Wellkartonbranche hat sich 2010 wieder erholt. Die Absatzmenge von 2008 haben wir 2010 allerdings noch nicht wieder erreicht. Das liegt auch daran, dass es in einigen Kundenbranchen wegen des starken Frankens im Export nicht mehr so läuft wie in den Vorjahren. Nicht zufrieden sind wir mit der Preissituation. Der Preis unseres wichtigsten Rohstoffes, Recyclingpapier, hat sich zwischen Sommer 2009 und heute praktisch verdoppelt. Auch Primärfaserpapiere wurden 2010 signifikant teurer und zudem knapp. Diese enorme Steigerung bei den Rohstoffkosten machte eine deutliche Erhöhung unserer Abgabepreise für Wellkartonprodukte notwendig. Leider konnte diese bisher nur schleppend und auch nur teilweise umgesetzt werden. Insgesamt steht die Wellkartonbranche durch diese Entwicklungen unter einem starken Margendruck. Für unsere Kunden ist die Entwicklung unserer Rohstoffkosten transparent, wir hätten von daher mehr Verständnis bei der Durchsetzung unserer berechtigten Preisanhebungen erwartet. Für 2011 erwarten wir derzeit ein leichtes Absatzplus. Preisseitig besteht für unsere Industrie ganz klar Nachholbedarf, wobei ich davon ausgehe, dass bei einigen grossen Abnehmern Preiserhöhungen greifen werden. Wellpappe-Rohpapiere notieren derzeit sehr fest, und weitere Preiserhöhungen sind von der Papierindustrie bereits angekündigt.»

Der Verpackungsmarkt für Folien hat sich nach der Krise im Jahr 2009 im Laufe des Jahres 2010 wieder auf das Niveau von 2008 erholt. Für das Jahr 2011 rechnen wir quantitativ mit einer gleichbleibenden Entwicklung im Bereich des Vorjahres. Positiv läuft das Geschäft im Export mit unserem Nachbarn Deutschland. Margenmässig wird das Geschäft durch den schwachen Euro getrübt. Zudem werden die Rohmaterialpreise auch dieses Jahr weiter steigen. Die wiederkehrenden Diskussionen zur Ökologie werden dazu führen, dass sich die flexiblen Verpackungsfolien und Standbeutel weiter durchsetzen. Dies zulasten von Glas und Konservendosen, die substituiert werden.»

Der Markt für Kunststoff-Packmittel wird 2011 leicht wachsen. Die Tendenz geht weiter in Richtung Mehrschicht- und Verbundfolien. Die Anforderungen an kurzfristige Liefertermine auch für kleinere Mengen steigen, der Trend hin zu Folien aus nachwachsenden Rohstoffen hält an. Auch wird der harte Konkurrenzkampf mit ausländischen Anbietern weitergehen: Zurzeit spüren wir vor allem deutsche und italienische Anbieter, die nicht mehr wie früher vor allem bei Mengen über 10 Tonnen zum Zuge kommen. Bei den aktuellen Währungsnachteilen stellen wir zunehmend fest, dass auch Aufträge um 1 Tonne ins Ausland abwandern. Die zum Teil angebotenen Preise sind erstaunlich: Materialkosten plus 25 Euro-Cent für Herstellung und Vertrieb. Hier braucht es verstärkte Anstrengungen im Bereich Beratung, Service und Zuverlässigkeit, um den Verlust langjähriger Kunden zu verhindern. Beim Thema Global Migration von Verpackungen/Druckfarben sehen wir uns einem hohen Druck der Lebensmittelindustrie ausgesetzt. Die Marktplayer - vor allem die Grosskonzerne - fordern beispielsweise für jede Verpackung eine spezifische Messung bzw. ein Zertifikat. Dies erhöht den Kostendruck zusätzlich.»

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Den Verpackungsmarkt im Bereich der chemisch-technischen Verpackungen (Weissblech) schätzen wir für die nahe Zukunft wie folgt ein: Die Rohmaterialpreise werden wieder ansteigen, da die Hauptkosten von Stahlproduzenten (Eisenerz, Kohle und Energie) wieder stark im Steigen begriffen sind. Das hat Auswirkungen auf die Gestehungskosten und damit auf die Verkaufspreise der Endprodukte. Der Schweizer Markt ist unverändert unter Druck durch Anbieter aus Deutschland, Österreich und Italien. Zudem sind die hohen Rohmaterialpreise mehr und mehr problematisch. Sie verleiten unsere Kunden zur Substitution in Kunststoff, wo es denn möglich ist. Die Veränderungen in der Ausrüstungs- und Bauindustrie werden direkt ihre Wirkungen (positiver bzw. negativer Natur) auf die abfüllende Industrie und damit auf den Absatz von Weissblech-Gebinden haben. Die Kunden halten sich im Moment mit Prognosen für die kommenden Monate aber zurück. Falls überhaupt, wird sich der Markt im Jahr 2011 nur zaghaft erholen. Obwohl die Mengen stimmen, wird sich der Umsatz aufgrund des schwachen Euro im einstelligen negativen Prozentbereich zurückbilden.»

Die Chancen für Glas im Verpackungsmarkt sind nach wie vor intakt. Dafür sprechen die Kundenbedürfnisse, welche vermehrt auf Natürlichkeit, Gesundheit und Geschmacksneutralität setzen. Diverse Umfragen belegen dies: Zum Beispiel die Studie der internationalen Marktforschungsgesellschaft TNS, die im Auftrag des Europäischen Behälterglasverbands FEVE im August und September 2010 in 19 Ländern durchgeführt wurde. Gemäss dieser Studie schenken 88 Prozent der Befragten Glas ihr Vertrauen, wenn es um einen gesunden Lebensstil geht, 87 Prozent sind überzeugt, dass Glas wie kein anderes Verpackungsmaterial den Geschmack von Lebensmitteln bewahrt, und 83 Prozent bevorzugen Glasverpackungen zum Schutz vor chemischer Beeinflussung. Wichtig ist auch, dass 84 Prozent der Befragten sich in ihren Geschäften mehr in Glas verpackte Lebensmittel und Getränke wünschen. 42 Prozent wären sogar bereit, mehr dafür zu bezahlen. Aber letztlich entscheidet nicht der Konsument, was wie verpackt wird. Auch der Hersteller eines Produktes - das schliesst auch Markenprodukte ein - kann nur bedingt das Verpackungsmaterial frei wählen. Der Handel respektive der (Gross-)Verteiler hat das Sagen, und massgebend für die Wahl des Verpackungsmaterials sind heute mehr den je logistische Überlegungen und Kosten.»

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Das Volumenwachstum bei den Aluminiumverpackungen betrug im letzten Jahr 1-2 Prozent, wobei im 2. Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine deutliche Dynamisierung eintrat. Hauptabnehmermärkte für aluminiumhaltige Verpackungsprodukte waren die pharmazeutische Industrie, Molkereien, Süsswaren- und Kaffeeabpacker sowie die Tiernahrungsindustrie. Nebst dem Anstieg des Aluminiumpreises brachte die massive Aufwertung des Schweizer Frankens die grösste Herausforderung für unsere stark exportorientierte Verpackungsindustrie. Im Verlauf des Jahres war eine komplette Weiterreichung aller kostensteigernden Faktoren nicht möglich. Es wird erwartet, dass die Dynamik des 2. Halbjahres 2010 auch das 1. Halbjahr 2011 bestimmen wird. Wachstumssignale gehen von der Einfüh rung weiterer innovativer Lösungen im Bereich von pharmazeutischen Dosiersystemen, Extrakt-Einzelportionen im Heissgetränkebereich sowie Beutellösungen für Fertig- und Teilfertigprodukte aus.»

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Zum Markt für Verpackungsmaschinen, Entwicklung, Chancen und Gefahren allgemein kann ich Folgendes sagen: Gemäss den Statistiken nahm das Exportvolumen für Verpackungsmaschinen im 3. Quartal 2010 gegenüber der Vorjahresperiode um 21 Prozent zu, und kumuliert für die ersten neun Monate 2010 konnte das Exportvolumen um 8,9 Prozent gesteigert werden. Allerdings muss man diese Zahlen mit Vorsicht geniessen, da sich die Märkte unterschiedlich entwickelt haben. So stellen wir fest, dass in Nordamerika massiv investiert wird, wogegen Europa eher verhalten unterwegs ist. Und dies birgt das Risiko, dass der durch die Krise ausgelöste Preiskampf sowie die aus Schweizer Sicht ungünstige Währungssituation dazu führen können, dass die ohnehin angespannte Situation noch länger andauern wird.»