Swatch-Chef Nick Hayek hat das Nein zum staatlich verordneten Mindestlohn nicht überrascht. «Ich habe das eigentlich so erwartet», sagt Hayek in der SRF-Sendung «Eco», «weil die Schweizer nie mit etwas geliebäugelt haben, das zentralistisch verordnet wird vom Staat.» Hayek setzt dabei vor allem auf die Sozialpartnerschaft und lobt die Gesamtarbeitsverträge (GAV) als probateres Mittel für Lohngerechtigkeit.

Uhrenriese Swatch zahlt nicht in allen Bereichen die von den Mindestlohn-Befürwortern geforderten 4000 Franken, wie auch Hayek bestätigt. Dies sei vor allem im Jura und Tessin nicht der Fall.

«Es sind die Politiker, die übertreiben»

«Wichtiger als ein Mindestlohn ist, dass man den Leuten Perspektiven gibt», sagte er, «dass die Leute, die bei uns in gewissen Regionen anfangen, in drei, vier, fünf Monaten weitergehen können, dass sie Perspektiven sehen und irgendwann vier-, fünf-, sechs-, siebentausend Franken verdienen.»

Hayek macht sich wenig Sorgen über anstehende Initiativen wie etwa den Ecopop-Vorstoss, der Zuwanderung noch weiter beschränken soll. Die Leute wüssten ganz genau, wo es gelte, Prioritäten zu setzen. «Es sind die Politiker, die ein bisschen übertreiben. Sie denken, man sieht nur, dass sie arbeiten, wenn sie irgendwelche Initiativen lancieren», so Hayek. «Es hat zu viele Politiker.»

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(me/vst)