Die Niederlande wollen die kleinste ihrer als systemrelevant geltenden Banken für 3,7 Milliarden Euro verstaatlichen. Nachdem Gespräche mit privaten Investoren für die SNS Reaal gescheitert seien, habe sich das Finanzministerium zu diesem Schritt entschlossen, teilte die Behörde mit.

Das Institut solle eine Kapitalspritze in Höhe von 2,2 Mrd. Euro bekommen, sagte der Finanzminister des Landes, Jeroen Dijsselbloem.  Zusätzlich seien Kredite im Volumen von 1,1 Milliarden und Bürgschaften von 5 

Milliarden vorgesehen. Die Rettung werde die Haushaltslage dieses Jahr entsprechend verschlechtern. Der Minister wollte sich nicht zur Frage äussern, ob der Sparkurs des Euro-Landes verschärft werden müsse.

Staatshilfe nicht zurückgezahlt

SNS ist der viertgrösste Allfinanzkonzern der Niederlande, der seinen Kunden Bank- und Versicherungsprodukte anbietet.  Ende Januar war eine Frist für SNS abgelaufen: Bis zu diesem Zeitpunkt hätte die Bank einen Rettungsplan vorlegen müssen. Faule Immobilienkredite hatten grosse Teile ihres Kapitals aufgezehrt.

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Die Bank war 2008 vom Staat mit 750 Millionen Euro gestützt worden und hatte das Geld bislang nicht zurückgezahlt. Seit Mai 2007 war der Aktienkurs der Bank um 95 Prozent eingebrochen. Allein im laufenden Jahr ging es um 18 Prozent nach unten.

(tno/aho/sda/awp)