Der grösste russische Ölkonzern Rosneft schreibt wegen des gesunkenen Ölpreises und des Rubel-Verfalls kaum noch Gewinn. Im dritten Quartal betrug der Überschuss eine Milliarde Rubel (19 Millionen Euro), wie das Staatsunternehmen mitteilte. Analysten hatten allerdings mit einem Verlust gerechnet. Im Vorjahreszeitraum und damit vor der Krise in der Ukraine hatte Rosneft noch 172 Milliarden Rubel verdient.

Hohe Verschuldung

Rosneft hat sich viel Geld im Ausland geliehen, um die Übernahme des russisch-britischen Unternehmens TNK-BP im vergangenen Jahr zu finanzieren. Durch den Verfall des Rubel fallen Schulden und Tilgung jetzt stärker ins Gewicht. Innerhalb eines Jahres hat die Währung mehr als 30 Prozent ihres Wertes verloren. Insgesamt hat Rosneft Verbindlichkeiten von 1,77 Billionen Rubel.

Zudem macht der Preisverfall am Ölmarkt dem Unternehmen zu schaffen. Wegen einer schwächelnden Weltwirtschaft und hoher Fördermengen ist der Preis zwischen Juni und Oktober um etwa ein Viertel zurückgegangen.

Rosneft gehört zu den Firmen, die wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt mit Sanktionen belegt worden sind. Damit wollen die EU und die USA die Regierung in Moskau bewegen, für eine Deeskalation des Konfliktes zu sorgen. Beide werfen Russland vor, die ukrainischen Separatisten mit Soldaten zu unterstützen. Die russische Regierung hat dies zurückgewiesen.

Anzeige

Rosneft-Aktien stiegen nach Veröffentlichung der Zahlen um 1,1 Prozent, während der gesamte Markt um 1,6 Prozent zulegte.

(reuters/chb)