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Chancenlos
Niki Lauda rechnet mit dem Grounding von Air Berlin

Niki Lauda rechnet mit dem Grounding von Air Berlin
Niki Lauda: Er verkaufte seine Fluggesellschaft an Air Berlin. Keystone

Formel-1-Legende Niki Lauda sieht keine Zukunft für Air Berlin. Als ehemaliger Luftfahrt-Unternehmer kennt sich Lauda in der Branche aus – er macht eine Prognose, wann Air Berlin das Geld ausgeht.

Von Jonas Lotz («Business Insider Deutschland»)
2017-08-07

Die Fluggesellschaft Air Berlin kämpft seit Jahren mit finanziellen und organisatorischen Problemen. Trotz eines Kursanstiegs im Mai, befindet sich die Aktie von Air Berlin seit Jahren auf Talfahrt. Um endlich wieder auf Flughöhe zu kommen, beantragte der Airline-Vorstand bei den Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Berlin die Prüfung eines Bürgschaftsantrags. Gleichzeitig wurde auch über ein Bündnis mit dem Konkurrenten Lufthansa diskutiert.

Doch trotz dieser Massnahmen ist das ehemalige Verwaltungsratsmitglied Niki Lauda pessimistisch, was die Zukunft von Air Berlin betrifft: „Die Air Berlin, kann man, so wie sie heute ist, nicht retten. Die kannst Du auch in fünf Jahren nicht retten. Mit dieser Verschuldung, mit all den verkauften Fliegern, mit unglaublich hohen Leasing-Raten», sagte Lauda im Gespräch mit dem «Tagesspiegel». 

Lauda verkauft Firma an Air Berlin

Lauda verkaufte seine eigene Fluggesellschaft Niki Luftfahrt vor wenigen Jahren an Air Berlin. Im Zusammenhang mit dieser Übernahme erhielt Lauda einen Sitz im Verwaltungsrat von Air Berlin, aus dem der frühere Formel-1-Fahrer jedoch Anfang 2013 ausschied. Im Dezember 2016 kaufte Etihad Airways einen Anteil von 49,8 Prozent von Niki Air Berlin ab. Trotzdem ist sich Lauda nicht sicher, ob Air Berlin im nächsten Jahr noch existieren wird: «Nach dem Sommer geht wieder das Geld aus. Und wenn Grossaktionär Etihad sich weigert, nachzuzahlen, dann ist es wohl aus.»

Als Gründe für den Sinkflug von Air Berlin nennt Lauda unter anderem die Konkurrenz der Billiggesellschaften Easyjet und Ryanair. Auf dem neu formierten Markt sei für Air Berlin kein Platz mehr. Ebenso beklagt er falsche Entscheidungen bei der Wahl des Führungspersonals. Seit 2011 wurden «immer die falschen» Manager ernannt. Obwohl er dies bei verschiedenen Aufsichtsrats-Treffen gesagt habe, habe es keinen interessiert.

Auch andere Experten warnen

Mit seiner pessimistischen Einstellung über die Zukunft von Air Berlin ist Lauda nicht alleine. Gegenüber Business Insider riet Tobias Rückerl, Strategieberater für Fluggesellschaften, Kunden davon ab, Reisen mit Air Berlin zu planen: «Ein halbes Jahr im Voraus würde ich definitiv nicht mehr buchen. Wer weiss, ob es die bis dahin noch gibt.»

Karlheinz Blessing, Personalvorstand bei Volkswagen sagte gegenüber der «Saarbrücker Zeitung», dass er keinen einzigen Flug in den vergangenen Monaten bei Air Berlin gehabt habe, der ihn pünktlich und ohne Pannen ans Ziel gebracht habe. «Es hat sich bis heute trotz aller Ankündigungen überhaupt nichts gebessert», so Blessing. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «‹Nicht zu retten› — Niki Lauda sagt das Ende von Air Berlin voraus».

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