Das Wachstum des Marktes für externe Facility-Management (FM)-Leistungen in der Schweiz ist ungebrochen. Der Markt mit einem Gesamtvolumen von 4,3 Mrd Fr.wuchs 2006 um 9,8%. Auch für die nächsten Jahre prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Interconnection Consulting Wachstumsraten in ähnlichen Dimensionen, sodass schon 2008 die 5- Mrd-Fr.-Marke fallen wird.

Kuchen ist noch nicht verteilt

Der Markt für Facility Services in der Schweiz belief sich 2006 bei einem Marktwachstum von 5,9% auf insgesamt 10,7 Mrd Fr. Davon werden 60,1% immer noch als interne Leistungen erbracht, und nur 4,305 Mrd Fr. bzw. 39,9% des grossen Gebäudemanagementkuchens gingen an die Anbieter von externen Dienstleistungen. Die Wachstumsrate von 9,8% des Jahres 2006 für externe Leistungen wird in den folgenden Jahren nicht erreicht werden, bleibt aber bei einer Wachstumsrate von 8,9% bis 2009 im europäischen Vergleich auf hohem Niveau.Auch bei den nachgefragten Services ist eine Trendwende eingetreten. Infrastrukturelle Services wie Reinigung, Sicherheitsleistungen oder Catering stellen mit 61,4% des externen Marktes derzeit noch den Grossteil der Leistungen. Unternehmen waren bislang eher bereit, diese Leistungen, die weit entfernt von ihren Kernkompetenzen liegen, auszulagern. Der Bedarf an technischen Leistungen (31,1% des Marktes 2006) wächst jedoch kontinuierlich, da steigende Energiepreise und zunehmende Nachfrage nach umweltschonender Ressourcenverwendung dem Energiemanagement und der Anlagenoptimierung neue Aufträge einbringen werden.

Enttäuscht von Fremdleistungen

Doch auch die Schweizer FM-Branche ist keine Insel der Glückseligen. Einige Kundenunternehmen, von den Ergebnissen der outgesourcten Fremdleistungen enttäuscht, sind dabei, diese Leistungen wieder ins eigene Unternehmen zurückzuholen und mit eigenen Mitarbeitern zu erbringen. Es ist aber noch zu früh, darin einen allgemeinen Trend zu erkennen, zumal in der Schweiz derzeit zwar selektierter, dafür aber auch konsequenter beim Auslagern von Dienstleistungen vorgegangen wird. Indiz dafür ist der stetig ansteigende Anteil an integrierten Komplettleistungen, bei denen Services aus sämtlichen Sparten des FM an einen einzigen Anbieter vergeben werden. Vor allem die frühe Einbindung von FM-Experten schon in der Planungsphase von neuen Immobilien wirkt sich auf die spätere Qualität der Dienstleistung aus. Wer früh an die Bewirtschaftung der Immobilie denkt, der betreut sie später auch umfassender und hochwertiger. Die Industrie ist dabei mit derzeit 35,6% der grösste Abnehmer. Bis 2009 wird dieser Anteil auf fast 37% anwachsen. Hierbei handelt es sich sowohl um die Bewirtschaftung der Fertigungsstätten als auch um die zugehörigen Verwaltungsgebäude. Der in der Schweiz traditionell wichtige Banken- und Versicherungssektor hingegen verliert leicht an Bedeutung. Von den derzeit 20,8% Marktanteil werden im Jahre 2009 noch 19,6% übrig sein.

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Regelrechter Preiskampf

In diesem Sektor ist aufgrund der vorrangig nachgefragten infrastrukturellen Leistungen der Wettbewerbsdruck enorm gestiegen. Dies führte zu einem regelrechten Preiskampf, der die Margen der Dienstleister nach unten drückte. Letztlich wird dieses Segment nur noch für wenige Anbieter die attraktive Hauptzielgruppe bleiben. Die besten Aussichten versprechen dabei mit 13,6% bzw. 13,9% durchschnittlichem Wachstum bis 2009 der Gesundheits- und der öffentliche Sektor. Am Schweizer Markt haben sich nicht erst nach der Übernahme der Edelweiss Facility Management AG durch die ISS AG die Konzentrationstendenzen verstärkt. Zusätzlich drängen immer mehr ausländische Unternehmen, wie etwa die ETDE, die Tochter des französischen Bouygues-Konzerns, durch den Kauf der Mibag auf den schweizerischen Markt. Und auch die Schweizerische Post, die ihre Leistungen derzeit noch hauptsächlich intern erbringt, besitzt das Potenzial und die Ressourcen, um sich langfristig stärker am FM-Markt zu positionieren. Da von Kundenseite ein einziger Ansprechpartner für alle Leistungen immer bedeutsamer wird, sind nun die grossen Anbieter am Zug, entweder durch strategische Allianzen oder durch entsprechende Zukäufe ihre Angebotspalette zu komplettieren.