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Strassengüterverkehr
Nötig sind griffige Massnahmen

 

Wer nimmt das Heft in die Hand? Die Probleme auf dem heute bereits stark überlasteten Schweizer Verkehrsnetz können mit einem Masterplan Güterverkehr und Logistik gelöst werden.

Von Kurt Bahnmüller
am 19.02.2014

Ohne einen effizienten Strassengüterverkehr ist eine Versorgung der Schweizer Volkswirtschaft undenkbar. Im schweizerischen Binnengüterverkehr entfallen rund drei Viertel der Transportleistungen auf die Strasse. Entsprechend besteht im Strassennetz der grösste Handlungsbedarf, sind doch die Hauptverkehrsachsen fast täglich stundenweise völlig überlastet. Für verschiedene Bereiche des Güterverkehrs werden deshalb derzeit Szenarien erarbeitet. Hingegen fehlt in unserem Land eine Gesamtbetrachtung der Güterverkehrspolitik. Sollen die Probleme im Güterverkehr zielgerichtet gelöst werden, braucht es ein konsistentes Güterverkehrskonzept, das Strasse und Schiene mit einschliesst. «Es müssen die richtigen Prioritäten gesetzt werden», betont denn auch Nils Planzer, CEO ­­der Planzer Transport AG, in der «Handelszeitung»-Umfrage.

Im Bestreben, die täglich benötigten Güter in Wirtschaft und Handel noch effizienter zu transportieren, sind Fortschritte durchaus noch möglich. Allerdings sind diesen Bemühungen aufgrund der Topografie und der grösstenteils kurzen Transportdistanzen Grenzen gesetzt. Aber auch unpaarige Transporte wie etwa Heizöllieferungen, Möbelumzüge, Milchsammeltransporte oder die Kehrichtabfuhr erschweren die optimale Auslastung von Lastwagen. Gelingt es, die beiden Verkehrsträger Strasse und Schiene noch besser entsprechend ihren Vorteilen einzusetzen, können aber diese Verkehrsprobleme in Zukunft bewältigt werden. «Auf der Schiene können vor allem die neural­gischen Stauzonen, beispielweise im Grossraum Zürich, elegant umfahren werden», unterstreicht Bernhard Metzger, Leiter der Direktion Logistik beim Migros-Genossenschafts-Bund (MGB).

Entscheidend ist ein optimales Zusammenspiel (Ko-Modalität) aller Verkehrsträger auf der Grundlage von ­Eigenwirtschaftlichkeit und Verursacherprinzip. Nur so kann der Schweizer Güterverkehr auf die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Konsumenten ausgerichtet werden. Voraussetzung dafür ist ein Verkehrsnetz mit optimalen Verknüpfungspunkten (Terminals) in der Schweiz. Nach dem Ja zu Fabi ist es deshalb nun höchste Zeit, auch für den Strassenverkehr einen entsprechenden Fonds zu schaffen. Ein solcher soll in Kürze in die Vernehmlassung gehen. Mit optimierten Logistikkonzepten, neuen Technologien sowie IT-vernetzten Verkehrssystemen lassen sich die Güterströme noch weiter bündeln und somit effizienter gestalten. Dazu müssen allerdings die unterschiedlichen Interessen von Verladern und Logistikdienstleistern, aber auch von Politik und Verbänden besser koordiniert werden.

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