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Nokia zeigt Ambitionen in der Schweiz

Nokia 3310
Nokia 3310: Der Hersteller will Marktanteile in der Schweiz erobern.Quelle: ZVG

Ein halbes Jahr nach dem Neustart hat Nokia in der Schweiz einen Marktanteil von einigen Prozentpunkten. Das reicht dem Hersteller nicht.

Von Michael Heim
am 15.12.2017

Produzentin HMD Global zeigt sich zufrieden mit dem Handy-Neustart von Nokia in der Schweiz. «Wir hatten einen beachtlichen Erfolg im Schweizer Markt», sagt Sebastian Ulrich, Regionenchef für Deutschland, Österreich und der Schweiz an einem Pressegespräch. Es gebe hierzulande keinen Händler, der die neuen Nokia-Smartphones nicht vertreibe.

Nokia weise nach rund einem halben Jahr in der Schweiz bereits einen Marktanteil von «mehreren Prozentpunkten» im Smartphone-Markt auf, sagt Ulrich. «Das Ziel ist, nächstes Jahr zweistellig zu werden.» In einigen Ländern sei dies Nokia bereits dieses Jahr gelungen.

Zu viele Modelle von Nokia

HMD Global betreibt das Handy-Geschäft von Nokia mit einer Lizenz der Finnischen Telekom-Firma. Diese ist an HMD jedoch nicht beteiligt. HMD ist eine Neugründung, bei der die meisten Mitarbeiter jedoch von der früheren Nokia stammen. «80 Prozent der Leute haben eine Nokia-Vergangenheit», sagt Ulrich. Zum Neustart kam es, nachdem Microsoft die Handysparte einstellte, die sie einst von der finnischen Nokia übernommen hatte.

HMD Global hatte das Comeback der Nokia-Smartphones am Mobile World Congress Ende Februar 2017 angekündigt. Die Reaktionen hätten die Erwartungen übertroffen, sagt Ulrich. HMD sei schnell in Lieferengpässe geraten. Rückblickend müsse man sich fragen, ob es sinnvoll war, Geräte in so vielen verschiedenen Versionen auszuliefern. Alleine in der Schweiz seien derzeit Nokia-Smartphones in 28 Ausführungen erhältlich.

Noch gibt es Lücken im Angebot von Nokia, und so wird bereits darüber spekuliert, was HMD kommendes Jahr ankünden könnte. Vor allem am oberen Ende gibt es «noch Luft», wie Ulrich orakelt. Mit dem Nokia 8 hat HMD das bisherige Flaggschiff im September lanciert.

Für 2018 wird ein Spitzenmodell erwartet

Alles spricht dafür, dass dem noch ein Modell 9 oder gar 10 folgen könnte. Vermutet wird ein Handy mit randlosem Display. Aber offenbar macht man sich bei HMD auch Gedanken über ein kompaktes Spitzengerät. Alle bisher lancierten Nokia-Smartphones sind eher gross. Konkrete Ankündigungen dazu macht Ulrich nicht.

Die Nummerierung der Modelle von 1 bis 9 oder 10 soll Bestand haben. Folgegeräte für bestehende Modelle würden dereinst unter der jeweils gleichen Nummer geführt, sagt Ulrich. «Ähnlich wie bei Automodellen wie dem VW Golf».

«Nokia 4» wird es nicht geben

Nicht zu erwarten ist jedoch ein «Nokia 4». In Asien, dem traditionell wichtigen Absatzmarkt der Finnen, ist die 4 eine Unglückszahl. In der Geschichte von Nokia gab es nie ein Modell mit einer 4 in der Bezeichnung.

Nokia hat Gemäss Ulrich zwei Zielgruppen. Einerseits sind das die Konsumenten «ab 30 Jahren», die Nokia noch von früher kennen. Die Markenbekanntheit sei in der Schweiz noch immer sehr hoch. Daran wolle man anknüpfen. Andererseits ziele vermehrt auch auf jüngere Kunden. «Wir hatten da sehr gute Erfahrungen mit Ständen an Street Food Festivals, die gut besucht waren.» Nokia wolle sich vor allem über Sicherheit und Qualität der Geräte von der Konkurrenz abheben.

Dank Foxconn zur Nummer 3 werden

Bis in drei bis fünf Jahren wolle Nokia weltweit wieder zur Nummer 3 aufrücken, sagt Ulrich. Dieses Ziel hatte HMD schon früher kommuniziert. Gelingen soll dies mit engen Industriepartnerschaften. So hat die chinesische Foxconn die frühere Nokia-Fabrik in Hanoi übernommen und produziert dort Geräte für HMD. Eng sei auch die Partnerschaft mit Google. Das Betriebssystem Android übernimmt Nokia unverändert, was sehr schnelle Updates ermöglicht.

Den Schweizer Markt bezeichnet Ulrich als sehr attraktiv. «Fünfzig Prozent der hier verkauften Geräte haben einen Listenpreis über 500 Euro. In Deutschland beträgt dieser Anteil nur 30 Prozent.» 

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