Die norwegische Regierung will Ölkonzerne stärker besteuern. Das berichtet «wallstreetjournal.de» unter Berufung auf eine Mitteilung des norwegischen Ministerpräsident Jens Stoltenberg.

Mit dem Vorstoss wenige Monate vor der Regierungswahl im September wolle Stoltenberg die norwegische Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen, die zurzeit vor allem von der Ölindustrie getrieben wird, heisst es weiter. Während diese das Land weitgehend vor der Schuldenmisere im restlichen Europa geschützt habe, klagten die übrigen Branchen über Wettbewerbsnachteile.

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Deshalb sollen dem Bericht zufolge ab 2014 nun die allgemeinen Unternehmenssteuern von 28 auf 27 Prozent sinken. Die Ölkonzerne bleiben von dem Steuernachlass ausgenommen und sollen sogar mehr zahlen: Zwar können sie laut den Plänen künftig weiterhin den Grossteil ihrer Investitionskosten steuerlich absetzen, aber nicht mehr ganz soviel wie bisher. Die Sondersteuer auf Gewinne aus der Erdölproduktion soll zugleich von 50 auf 51 Prozent steigen.

Die Regierung erhofft sich, so jährlich knapp 3 Milliarden norwegische Kronen (rund 484 Millionen Franken) mehr aus der Ölindustrie in die Staatskassen gespült zu bekommen. Das Parlament muss den Steuerplänen noch zustimmen, die Regierungskoalition hält im Abgeordnetenhaus jedoch die Mehrheit, um das Gesetz durchzubringen.

(tno)