Die Billigfluggesellschaft Norwegian Air Shuttle hat nach einer Pannenserie einen Dreamliner des US-Herstellers Boeing aus dem Betrieb genommen. Man werde die Boeing 787 erst wieder einsetzen, wenn sie repariert und zuverlässig sei, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Samstag. Die Unzuverlässigkeit der Maschine könne den Passagieren nicht zugemutet werden. Für Langestreckenflüge werde die Airline nun einen Airbus A340 leasen.

Der sparsame Dreamliner sollte den unter Kostendruck stehenden Fluggesellschaften zu Einsparungen verhelfen. Doch das mit modernster Technik vollgestopfte und mit leichten Triebwerken bestückte Flugzeug erwies sich als pannenanfällig. So mussten alle Maschinen des Typs wegen Problemen mit den Batterien zeitweilig am Boden bleiben. Norwegian Air hat acht Boeing 787 bestellt, von denen zwei ausgeliefert wurden. Die Maschinen fielen jedoch im September mehr als ein halbes Dutzend Mal aus.

Dreamliner: Technischer Vorreiter mit hohem Mängelpotenzial

Eigentlich sollte der erst seit Ende 2011 im Linienflug eingesetzte Dreamliner mit seiner neuartigen Konstruktion aus leichten Carbonfasern statt dem üblichen Aluminium als technischer Vorreiter glänzen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Erst im Juli brannte eine Boeing-Maschine auf dem Londoner Flughafen Heathrow. Zu Jahresbeginn musst die gesamte Flotte wegen Probemen mit Lithium-Ionen-Batterien weltweit ausser Betrieb genommen werden. Zudem gab es bereits mehrfach Probleme mit der Ölversorgung - etwa bei der US-Fluginie United Airlines.

(reuters/moh)