Die zur Raiffeisen-Gruppe gehörende Privatbank Notenstein erwartet im ersten Semester eine Verdreifachung des Bruttogewinns. Die St. Galler Bank durchlaufe in diesem Jahr «tiefgreifende Veränderungen», sagte Notenstein-CEO Adrian Künzi in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» vom Mittwoch.

Für das erste Semester erwartet Künzi für Notenstein ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von noch 80 Prozent, nachdem dieses 2014 noch bei 95 Prozent gelegen hatte. Die klare Effizienzsteigerung hängt mit tieferen Kosten wegen der Auslagerung des Asset Management zusammen. «In der Vermögensverwaltung sind die Aktiva – ohne La Roche – stabil geblieben und die Gewinnmarge ist gestiegen», so Künzi. Raiffeisen hatte im vergangenen Herbst mitgeteilt, die Asset Management-Aktivitäten der Gruppe in der neuen Tochtergesellschaft «Notenstein Asset Management» zu bündeln.

La-Roche-Übernahme stärkt Position

Mit der im Februar bekanntgegebenen Übernahme der Basler Privatbank La Roche habe Notenstein seine Position deutlich verstärkt, gab sich Künzi überzeugt. So verfüge das Ostschweizer Institut nun über eine starke Stellung in der Nordwestschweiz. Der Notenstein-CEO gab sich zuversichtlich, dass alle La-Roche-Kunden zu Notenstein wechseln würden. Die Integration des Basler Instituts soll im Oktober abgeschlossen sein.

Eine weitere «Baustelle» bildet die Auslagerung der Notenstein-Informatik in die Raiffeisen Schweiz, die laut Künzi «auf Kurs» ist. Nach dem abgeschlossenen Umbau soll der Personalbestand von Notenstein noch rund 500 Personen betragen gegenüber 694 Mitarbeitenden per Ende 2014. Nach der Übernahme der Bank La Roche beläuft sich das von Notenstein verwaltete Vermögen auf 21 bis 22 Milliarden Franken. Im Jahr 2014 hatte Notenstein einen Bruttogewinn von 6,9 Millionen Franken erwirtschaftet.

(awp/ise/ama)

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