Die Raiffeisen-Privatbankentochter Notenstein untersagt ab sofort jegliche Barbezüge von Europäern mit unversteuerten Vermögen. Sie geht damit weiter als andere Banken, die bisher Cash-Auszahlungen bis zu einer Obergrenze von maximal 100'000 oder 200'000 Euro erlaubten.

Notenstein-CEO Adrian Künzi will die Information aus Zürcher Finanzkreisen nicht bestätigen, sagt aber: «Wir haben die Gangart gegenüber Kunden aus Deutschland, Frankreich und weiteren Westeuropa-Ländern nochmals verschärft. Im Fokus stehen jene Staaten, wo Kunden ihre Vermögen im Rahmen von Selbstanzeigen offenlegen können.»

Angst vor Gruppenanfragen

Hintergrund  ist die Angst der Banken vor zukünftigen Gruppenanfragen aus dem EU-Raum, bei denen Cash-Bezüge das Kriterium für Amtshilfe sein könnten. Banken, die ihren Kunden Vermögen jetzt noch bar auszahlen, könnten dann in den Verdacht der Beihilfe zu Steuerumgehung geraten. Denn Cash-Bezüge unterbrechen die Papierspur und sind deshalb ein beliebtes Mittel für «Abschleicher».

 

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