Novartis-Chef Joe Jimenez zieht Kollaborationen im Diagnostik-Bereich Übernahmen vor. Sie seien «viel effizienter».

In einem Interview mit «Finanz und Wirtschaft» begründet er seine Haltung unter anderem mit dem schnellen technologischen Wandel in der Branche: «Auch wenn wir heute die beste Diagnostik-Technologie kaufen würden, ist diese ein Jahr später schon wieder veraltet. Daher sind meiner Meinung nach Akquisitionen nicht der richtige Weg, um hier voranzukommen.» Zahlreiche Begleittests für die Produktepipeline seien im Rahmen von Partnerschaften oder Forschungskollaborationen entstanden, erläutert Jimenez.

Ferner äussert sich der Novartis-CEO zu den Herausforderungen in den USA: Mit dem Verkauf des MS-Medikament Gilenya in Übersee soll bereits im zweiten Jahr der Blockbuster-Status erreicht werden. Auch die Verschreibung ausserhalb der USA entwickle sich gut.

Über die Lancierung anderer MS-Medikationen der Konkurrenz mache er sich keine Sorgen. So wird Biogen Idec 2013 ebenfalls mit einem Produkt gegen MS aufwarten. Jimenez sagt dazu: «Wenn das Biogen-Idec-Medikament kommt, glaube ich, dass immer noch genug Platz für beide da sein wird.»

Zur Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama meint der Novartis-Chef, dass er keinen Veränderungen im amerikanischen Markt erwartet: «Die Obama-Reform hatte bereits Auswirkungen, etwa im Anstieg der Rabatte, die wir den Regierungseinrichtungen für unsere Produkte geben mussten. Nun kommt hinzu, dass 30 Mio Amerikaner bis 2014 Zugang zu Gesundheitsversorgung erhalten. Damit haben wir gerechnet.»

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(tke/awp)