Nach den Milliardentransaktionen von dieser Woche und der Konzentration auf die drei Geschäftsbereiche Pharmazeutika, Augenheilmittel und Generika denkt Novartis-Konzernchef Joe Jimenez bereits an die nächsten Milliardenübernahmen. Im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» sagt er: «In Zukunft werden wir weiter investieren, um diese Geschäfte noch stärker zu machen. Es wird eine Kombination von organischem Wachstum und Akquisitionen sein. Wir werden also einerseits stark in die eigene Forschung und Entwicklung investieren. Anderseits werden wir Ergänzungszukäufe für diese drei Geschäftsbereiche tätigen. Das können Zukäufe in einem Bereich von jeweils 2 bis 5 Milliarden Dollar sein.»

Zukäufe bei Mittel gegen Immunkrankheiten notwendig

Vergleichsweise schwach aufgestellt ist Novartis bei Immunkrankheiten oder Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose oder Alzheimer. Auf die Frage, ob Novartis nicht eher Zukäufe in diesen Bereichen bräuchte, sagt Jimenez: «Ja, diese Notwendigkeit sehe ich. Wir haben zwar eine starke Pipeline in diesen Krankheitsbereichen. Aber sie ist jung und auf gewisse Krankheitsfelder spezialisiert. Wir müssen sie mit gezielten Zukäufen stärken, und ich bin sicher, dass es in den nächsten Jahren im Bereich Neurologie und Immunologie Akquisitionsmöglichkeiten gibt.»

Zukaufen will Jimenez auch im Bereich der Krebs-Immuntherapien, mit denen das körpereigene Immunsystem dazu gebracht wird, Krebszellen abzutöten. Novartis hat in diesem Gebiet einen Rückstand auf die Konkurrenz und hat deshalb im Februar die US-Firma Costim übernommen. «Weitere Übernahmen bei Immuntherapien sind denkbar», sagt Jimenez.

(dbe)