Novartis droht in Japan wegen Versäumnissen bei der Offenlegungen von ernsten Nebenwirkungen seiner Medikamente ein befristetes Geschäftsverbot. Der Schweizer Pharmakonzern habe vom Gesundheitsministerium (MHLW) eine entsprechende Vorankündigung erhalten, teilte Novartis mit. Die finanziellen Belastungen seien verkraftbar.

Japan ist der zweitgrösste Pharmamarkt der Welt. Im vergangenen Jahr steuerten die Medikamentenverkäufe in dem Land rund 4 Milliarden Dollar zum Novartis-Umsatz von 58 Milliarden Dollar bei.

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Tochter soll Tätigkeit 15 Tage einstellen

Zur Länge der Suspendierung machte Novartis keine Angaben. Zuvor hatte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, die Konzerntochter Novartis Pharma KK solle ihre Geschäftstätigkeit für rund 15 Tage einstellen.

Im vergangenen Juli hatte sich Novartis dafür entschuldigt, die Behörden nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist über Nebenwirkungen seiner Leukämiemittel Glivec und Tasigna informiert zu haben. Kurz davor wurden der Konzern und ein ehemaliger Mitarbeiter wegen Falschinformationen zur Wirksamkeit des Blutdrucksenkers Diovan angeklagt.

Top-Management ausgetauscht

Vor dem Skandal erzielte Novartis ein Viertel seiner Erlöse mit Diovan in Japan. Bereits im April hatte Novartis nach fragwürdigen Methoden bei klinische Studien mit Leukämie-Therapien das Top-Management seiner japanischen Tochtergesellschaft ausgetauscht.

(reuters/tno/moh/ama)