Der Verzicht auf die Schliessung des Novartis-Standorts in Nyon VD hat im Waadtland grosse Freude ausgelöst. Für die Arbeitnehmervertretungen hingegen ist inakzeptabel, dass es in Basel immer noch zu 250 Entlassungen kommen soll.

Bei aller Freude für die Angestellten in Nyon - Novartis solle nun endlich den Dialog mit der Personalvertretung Basel aufnehmen, forderten der Verband Angestellte Schweiz und der Novartis-Angestelltenverband in einem Communiqué.

Für den Standort Basel hätten die Arbeitnehmervertreter konstruktive, nachhaltige und sozialverträgliche Vorschläge eingereicht. Mit einem neuen Arbeitszeitmodell, Umschulungen und Frühpensionierungen hätten Entlassungen auf ein Minimum reduziert werden können.

Frühpensionierungen ab 58 gefordert

Die Gewerkschaft Unia verlangt für Basel, dass Frühpensionierungen ab 58 möglich werden, vom Abbau nicht Betroffene freiwillig in die Pension dürfen, Teilzeitlösungen geprüft und Temporäre durch fest Angestellte ersetzt werden. Damit liessen sich Entlassungen weitgehend verhindern.

Für Nyon sieht Unia hingegen einen Freudentag. Zu dem historischen Ereignis hätten der Streik im dortigen Werk am 16. November, die Demonstrationen und die breite Solidarität der Bevölkerung beigetragen. Daneben hätten die konstruktiven Vorschläge der Belegschaft den Ausschlag zum Erhalt des Standorts gegeben.

Gemeinderegierung erleichtert

Jacob Zijlstra, Präsident einer Personalkommission bei Novartis in Nyon, sagte, das Resultat sei besser als erwartet. Novartis werde in das Werk investieren. Diese Investitionen würden sich auf mehr als 40 Millionen Franken belaufen. Das sei ein langfristiges Engagement.

Die Gemeinderegierung von Nyon zeigte sich erleichtert. Sie unterstrich, die Lösung sei auf eine geschlossene Intervention der lokalen, kantonalen und eidgenössischen Behörden zurückzuführen. Auch das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei beträchtlich gewesen.

(tno/laf/sda)