Der Pharma-Konzern Novartis hat von der EU-Kommission die Marktzulassung für den Impfstoff Bexsero zur Therapie von Meningokokken-B-Erkrankungen (MenB) erhalten. Die Zulassung gilt für Patienten aller Altersgruppen, einschliesslich der Hauptrisikogruppe der Säuglinge ab einem Alter von zwei Monaten, teilte Novartis mit.

Nach der heutigen Zulassung werden die EU-Mitgliedstaaten laut Mitteilung die Möglichkeit einer Aufnahme von Bexsero in die nationalen Impfprogramme und die Möglichkeit der Kostenübernahme prüfen. Novartis habe hierzu bereits Kontakt mit den Regierungen aufgenommen, die an einer raschen Einführung des Impfstoffs interessiert seien.

«Dieser Meningitis-B-Impfstoff ist der wichtigste medizinische Durchbruch seit ich vor 30 Jahren meinen Sohn an diese Krankheit verloren habe», wird Steve Dayman, Gründer von Meningitis UK, in der Mitteilung zitiert. MenB-Erkrankungen sind eine bakterielle Infektion. Sie sind die Hauptursache von Meningitis (Hirnhautentzündung) in Europa, insbesondere bei Säuglingen. Trotz ihrer Seltenheit sei die Erkrankung sehr gefürchtet, da sie rasch und ohne Vorwarnung gesunde Personen treffen kann, wie es heisst.

Aufgrund grippeähnlicher Symptome wird MenB im Frühstadium den Angaben zufolge häufig fehldiagnostiziert. Oft können infizierte Patienten nicht früh genug behandelt werden, um schwerwiegende Folgen zu verhindern. Etwa eine von zehn erkrankten Personen stirbt trotz intensivmedizinischer Behandlung, und rund einer von fünf Überlebenden trägt lebenslange schwere Behinderungen wie beispielsweise Hirnschäden, Gehörschäden oder den Verlust von Gliedmaßen davon. Daher bestehe der beste Schutz vor dieser schweren Erkrankung in einer wirksamen Impfung.

Die EU-Zulassung von Bexsero wurde nach der Zulassungsempfehlung des vorberatenden Ausschusses der Europäischen Arzneimittelbehörde von Mitte November 2012 so erwartet.

(tke/sda)

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