Der Pharmakonzern Novartis will die erste Zulassung für sein zukünftiges Medikament QVA149 zur Behandlung von chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) noch in diesem Jahr beantragen. So sollen die Anträge auf Zulassung in der EU und in Japan im vierten Quartal erfolgen.

Ende 2014 soll in den USA das Gesuch auf Marktzulassung erfolgen, weil die FDA eine zusätzliche Dosisfindungsstudie gefordert hatte.

Eine Studie mit den Namen Spark habe das Potential von QVA149 bei COPD, auch bekannt als Raucherlunge, untermauert, teilte Novartis mit. Damit habe der Wirkstoffkandidat bereits in fünf Studien der klinischen Phase III die Studienziele erreicht.

Keine eindeutige Überlegenheit zum Marktführer

Die Zürcher Kantonalbank nimmt sich die Studiendaten genauer unter die Lupe und stellt fest, dass das Kombinationspräparat QVA149 in der Lage war, auch nach 64 Wochen statistisch signifikant die Rate, mit der sich die Symptome der Raucherlunge verschlimmern, zu reduzieren.

Verglichen wurde mit dem Marktführer Spiriva von Boehringer Ingelheim und Pfizer sowie Seebri von Novartis. Diese beiden Präparate gehörten zu den muscarinen anti-cholinergen Substanzen. Dabei sei das Sicherheitsprofil vergleichbar mit demjenigen von Seebri und Spiriva gewesen, so die ZKB.

Eine eindeutige Überlegenheit gegenüber Spiriva habe sich jedoch nicht ergeben, wendet Vontobel-Analyst Andrew Weiss ein. QVA habe sich daher kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Weiss zweifelt daher, ob sich das Novartis-Präparat einen Vorteil verschaffen kann. Seine Spitzenumsatzschätzung lautet auf 2,8 Milliarden Dollar bei einer Eintreffenswahrscheinlichkeit von 80 Prozent.

Keine Kanibalisierung gleichartiger Präparate

Angesichts der Grösse des Marktes, laut ZKB gibt es weltweit mehr als 210 Millionen COPD-Patienten, werden sich die verschiedenen zugelassenen Präparate gegenseitig aber nicht kannibalisieren. Die ZKB rechnet mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer finalen Zulassung in der zweiten Jahreshälfte 2013 und einem Umsatzpotenzial von bis zu 2,5 Milliarden Dollar. Positiv sei zu vermerken, dass das mögliche Konkurrenzprodukt UMEC/VI von Glaxo, es befindet sich auch in der Endphase der Entwicklung, weniger effizient zu sein scheine.

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Martin Voegtli von Kepler schliesslich traut QVA149 am meisten zu und rechnet mit einem Spitzenumsatz von 2,9 Milliarden Dollar jährlich. 

(aho/laf/awp)