Sonntagsblick berichtet, dass der Pharmakonzern Novartis den wahren Lohn seines Verwaltungsratspräsidenten verschleierte. Laut Geschäftsbericht hat Daniel Vasella letztes Jahr exakt 13’500’946 Franken verdient. Ein Plus von fast 11 Prozent. Novartis verweist auf Fussnote 5 im Lohnnachweis. Die lautet: «Enthält 12’188 Aktien, die 2011 entsprechend der 2010 erfolgten Zuteilung zugewiesen wurden.»

Vasella wurde ein Aktienpaket für das Vorjahr nachgereicht – aber im Geschäftsbericht 2010 sind die 12’188 Aktien mit keinem Wort erwähnt! Die verblüffende Erklärung des Pharmakonzerns gegenüber Sonntagsblick: «Die Zuteilung der 12‘188 Aktien erfolgte aus abwicklungstechnischen Gründen erst in einem Zeitpunkt nach Publikation des Vergütungsberichts.» Dies sei unter «voller Wahrung der Transparenz» geschehen und von den Wirtschaftsprüfern abgesegnet worden. Die 12’188 Aktien haben einen Wert von 666’684 Franken.

Zum konkreten Fall äussert sich der bekannte Vergütungsexperte Stephan Hostettler nicht. Er hält grundsätzlich fest: «Dass nach der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes noch Zuteilungen für das abgelaufene Geschäftsjahr erfolgen, kommt selten vor. Es ist unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, aber unter dem Aspekt der Transparenz unglücklich.» 

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(chb)