Die Schweizer Pharmakonzern Novartis will zusammen mit dem US-Rivalen Bristol-Myers Squibb die Entwicklung von Lungenkrebsmedikamenten vorantreiben. Die beiden Arzneimittelhersteller setzen dabei auf das relativ neue Gebiet der Immuntherapie, die darauf abzielt, das körpereigene Abwehrsystem zu aktivieren, damit es Krebszellen erkennen und zerstören kann.

Der Ansatz gilt als revolutionär und zahlreiche Experten sehen darin einen Durchbruch in der Krebsbehandlung. Als führend in dem Bereich gelten neben Bristol-Myers Squibb, Roche aus der Schweiz, der amerikanische Merck-Konzern und die britische-schwedische AstraZeneca.

In USA und Europa noch nicht zugelassen

Novartis hatte im Februar die US-Biotechnologiefirma CoStim gekauft und damit seine Expertise in der Immuntherapie verstärkt. Zusammen mit Bristol-Myers wollen die Schweizer nun die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Kombinationstherapien untersuchen. Die von Novartis stammenden Präparate Zykadia, INC280 und EGF819 sollen zusammen mit Bristol-Myers Immuntherapie-Wirkstoff Opdivo gegen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs eingesetzt werden.

Opdivo gehört zu einer neuen Klasse von Wirkstoffen, so genannten Anti-PD-1-Therapien, die den Tumorzellen die Fähigkeit nehmen sollen, unter dem Radar des Immunsystems durchzuschlüpfen. Das Medikament ist in Japan bereits zur Behandlung von Hautkrebs auf dem Markt - in den USA und in Europa ist es noch nicht zugelassen.

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Milliardenhohe Jahresumsätze

Opdivo wird als Arznei auch gegen weitere Krebsarten getestet. Manche Experten gehen davon aus, dass Immuntherapien in etwa zehn Jahren bei bis zu 60 Prozent aller Krebsbehandlungen zum Einsatz kommen. Einigen neuen Arzneien aus dieser Gruppe werden Jahresumsätze von mehreren Milliarden Dollar im Jahr zugetraut.

(reuters/dbe/ama)