Der Schweizer Pharmakonzern Novartis ist der Zulassung seines Lungenkrebs-Medikaments Zykadia in Europa einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) empfahl, die Arznei zur Behandlung von Patienten freizugeben, die an einer seltenen Form von fortgeschrittenem Bronchialkarzinom leiden.

Das letzte Wort hat die Europäische Kommission, die den Empfehlungen des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) üblicherweise binnen weniger Monate folgt.

Zykadia ist auf Patienten zugeschnitten, die eine seltenen Genmutation aufweisen. Nur 2 bis 7 Prozent der Lungenkrebspatienten, häufig Nichtraucher, erkranken an sogenanntem ALK-positiven, nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom.

1,6 Millionen Diagnosen pro Jahr

Im weltgrössten Pharmamarkt USA wird die Arznei bereits verkauft. Die dortige Arzneimittelbehörde FDA hatte Zykadia als Therapiedurchbruch (Breakthrough Therapy) eingestuft und nach einem beschleunigten Prüfverfahren im April vergangenen Jahres zugelassen. Das Novartis-Präparat soll bei Lungenkrebspatienten eingesetzt werden, bei denen das Pfizer-Medikament Xalkori nicht angeschlagen hat.

Weltweit erhalten jedes Jahr 1,6 Millionen Menschen die Diagnose Lungenkrebs. In 85 bis 90 Prozent der Fälle handelt es sich um die nicht-kleinzellige Form der Erkrankung.

(reuters/tno/ama)

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