Vor zwei Jahren geriet Mylan in den USA in die Kritik: Dem britischen Pharmakonzern wurde Wucher vorgeworfen, weil er den Preis seiner Allergiker-Spritze EdiPen in acht Jahren um fast 600 Prozent angehoben hatte. Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton nannte die Preissteigerung «unhaltbar» – für ein Produkt, welches über Leben und Tod entscheide. Mit der Adrenalin-Spritze werden allergische Schocks behandelt.

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Inzwischen konnte Mylan diese Kritik entkräften, weil der Konzern nun eine halb so teure Generika-Version des Pens anbietet. Damit hörten die Probleme aber nicht auf. Anfang Jahr machte der EdiPen wegen Lieferschwierigkeiten Schlagzeilen, Mylan kam mit Bestellungen nicht nach.

Und nun erhält Mylan einen Konkurrenten aus der Schweiz: Novartis-Tocher Sandoz bringt in den USA ein Nachahmerprodukt auf den Markt – und wird dafür voraussichtlich einen tieferen Preis als der Wettbewerber für EdiPen verlangen. Der Marktstart für die Spritze mit dem Namen «Symjepi» steht noch nicht fest. Für «Symjepi» ging Sandoz eine Partnerschaft mit dem kalifornischen Startup Adami ein, welches das Produkt entwickelt hat. Sandoz wird seine Einnahmen hälftig mit dem Partner teilen und leistet weitere Zahlungen an Adami, wie es in einer Mitteilung des Startups heisst.

(mbü)