Novartis muss bei seinen Bemühungen zu einem breiteren Einsatz des Krebsmedikaments Afinitor einen Rückschlag wegstecken. Das Präparat habe bei fortgeschrittenem Leberkrebs nicht wie erhofft gewirkt, teilte der Basler Arzneimittelhersteller mit. In einer spätklinischen Studie habe sich gezeigt, dass Afinitor das Leben der Patienten nicht verlängern kann.

Eine Zulassung von Afinitor für diese Indikation werde daher nicht länger angestrebt. Folgen für andere, bereits zugelassene Anwendungen gebe es nicht. Analysten stuften die Nachricht als leicht negativ ein, sehen das Wachstumspotenzial von Afinitor aber nicht gefährdet.

«Es ist immer eine negative Meldung, wenn eine Phase-III-Zulassungsstudie nicht positiv endet», erklärten die Experten der Zürcher Kantonalbank. «Trotzdem sehen wir das gesamthafte Wachstum dieses wichtigen Stützpfeilers der Pharmadivision von Novartis nicht gefährdet und keinen etwaigen Umsatzeinbruch.» Sie gehen davon aus, dass der Konzern dieses Jahr mit Afinitor mehr als 1 Milliarde Dollar Umsatz erzielen wird und das Medikament damit Blockbuster-Status erreicht.

Im Einsatz gegen viele Krebsarten

An der Börse wurde das ähnlich gesehen: Die Novartis-Aktien stiegen um 0,7 Prozent auf 68,35 Franken und damit stärker als die europäischen Gesundheitswerte insgesamt.

Novartis setzt grosse Hoffnungen in Afinitor und testet das Medikament gegen eine Vielzahl von Krebsarten. Es wird bereits gegen Brustkrebs, Nierenkrebs, neuroendokrine Tumore der Bauchspeicheldrüse sowie gutartige Hirntumore eingesetzt. Everolimus - so der Wirkstoffname des Medikaments - wird ausserdem zur Unterdrückung von Abstossungsreaktionen bei Organtransplantationen verwendet.

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2012 erzielte Novartis mit Afinitor Verkaufserlöse von 797 Millionen Dollar - 80 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Konzern geht davon aus, dass im Jahr 2017 alleine die Brustkrebsbehandlung mehr als 2 Milliarden Dollar Umsatz generieren dürfte.

(tno/aho/reuters)