Dem Basler Pharmakonzern Novartis droht in den USA ein Strafverfahren wegen illegaler Vermarktungspraktiken. Gemäss der Zeitung «Der Sonntag» ermittelt die US-Staatsanwaltschaft für den westlichen Distrikt von Kentucky gegen die Tochtergesellschaft Novartis Pharmaceuticals Corporation. Es geht um unerlaubte Zahlungen an Leistungserbringer im Gesundheitswesen, die Medikamente von Novartis bezogen.

Die US-Staatsanwaltschaft verlangte von Novartis im ersten Quartal unter Androhung einer Erzwingungsstrafe die Herausgabe von Beweismitteln. Im Zentrum der straf- und zivilrechtlichen Untersuchung steht der Blutdrucksenker Tekturna. Dessen Weiterentwicklung musste Novartis im Dezember wegen übermässiger Nebenwirkungen einstellen. Ungemach blüht Novartis auch in Indien.

Eine parlamentarische Untersuchung hat ergeben, dass die nationale Arzneimittelbehörde CDSCO und mehrere Pharmahersteller bei mindestens 31 Medikamenten die Zulassungsgesetze umgangen haben. Darunter befindet sich Tekturna von Novartis. Laut dem Schlussbericht gibt es starke Hinweise auf eine betrügerische Zusammenarbeit der Behörde mit den Pharmafirmen. 31 von 42 untersuchten Medikamenten seien ohne die notwendige Anzahl klinischer Versuche zugelassen worden, was die Sicherheit der Patienten gefährde.

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