Der Pharmakonzern Novartis legt im dritten Quartal ein schwächeres Ergebnis vor als noch vor einem Jahr: Der Reingewinn bricht um 42 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar ein. Dies unter anderem wegen einer Rückstellung für einen rechtlichen Vergleich und Rechtskosten.

Ein weiterer Grund ist, dass Novartis im Vorjahresquartal wegen des Verkaufs von Aktien des US-Konzerns Idenix an den amerikanischen Konkurrenten Merck einen ausserordentlichen Gewinn erzielt hatte. Dieser belief sich auf 800 Millionen Dollar.

An der Schweizer Börse kamen die Zahlen nicht gut an. Die Novartis-Titel wurden am frühen Nachmittag um 2,1 Prozent tiefer auf 88,65 Franken gehandelt. Der SMI stand zur gleichen Zeit 0,67 Prozent im Minus.

Schwaches Geschäft mit Augenmitteln

Das operative Ergebnis ging um 18 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar zurück. Das Wachstum bei der Generika-Division Sandoz sei durch einen Rückgang bei der Augenheilkunde-Division Alcon weitgehend kompensiert worden, schreibt Novartis in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar.

Novartis-Chef Joseph Jimenez wird in der Mitteilung mit der Aussage zitiert, Novartis habe weitere grosse Fortschritte mit Innovationen und entscheidenden Markteinführungen erzielt.

Grundsätzliche Einigung

Beim Rechtsstreit in den USA geht es um die Bestechungsvorwürfe. Hier hat Novartis eine grundsätzliche Einigung erzielt, aber noch nicht ins Trockene gebracht. Sie sieht aber vor, dass Novartis 390 Millionen Dollar zahlen würde, wie der Pharmakonzern mitteilte. Die Rückstellung dr Summe hat letztlich den Reingewinn im dritten Quartal in die Tiefe gezogen.

Im Juni wurde bei einem Bundesgericht in Manhattan eine Klageschrift eingereicht, gemäss der Novartis Apotheken dafür bezahlt haben soll, Novartis-Medikamente statt Konkurrenz-Arzneien zu verkaufen. Die Zahlungen seien als Rabatte getarnt worden.

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Jimenez winkt ab

Novartis-Chef Joseph Jimenez wies die Vorwürfe bereits im Juli als unwahr zurück. Novartis habe spezialisierten Apotheken Rabatte gewährt, damit diese Krankenschwestern anstellen konnten, sagte Jimenez. Das Pflegepersonal habe dann Patienten geholfen, die beispielsweise gerade eine Nierentransplantation hinter sich hatten, ihre Medikamente einzunehmen.

Die nun erzielte grundsätzliche Einigung mit dem US-Justizministerium, den Bundesstaaten und dem Anzeigeerstatter ist noch nicht unter Dach und Fach. Der Abschluss hänge von der Aushandlung und Durchsetzung schriftlicher Vereinbarungen ab, die für alle Seiten akzeptabel seien, schreibt der Konzern.

Novartis strebe eine für alle Seite akzeptable Beilegung dieses Rechtsstreites an. Eine Haftung erkenne man weder an noch lehne man sie ab. «Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass Spezialapotheken eine wesentliche Rolle bei der Therapietreue und Unterstützung der Patienten spielen», schreibt Novartis.

(sda/mbü/chb)