Der Pharmakonzern Novartis hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 2 Prozent auf 28,50 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn stieg um 1 Prozent auf 4,97 Milliarden Dollar. Wie das Unternehmen bekanntgab, erhöhte es seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr und erwartet neu ein Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen.

Wachstum in China und Russland

Novartis-Chef Joseph Jimenez hat sich zufrieden mit der Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal gezeigt. Obschon der Konzern noch vor einigen Herausforderungen stehe, sei er auf einem guten Weg, seine Ziele zu erreichen, erklärte Jimenez an einer Telefonkonferenz.

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Er strich das Wachstum auf dem chinesischen und dem russischen Markt heraus. In Russland legte Novartis im zweiten Quartal 18 Prozent an Umsatz zu, in China waren es gar 25 Prozent. Ob es im Reich der Mitte in diesem Tempo weitergehen wird, liess der US-Amerikaner offen. Das Wachstum werde aber mit Sicherheit zweistellig bleiben.

Erfreut zeigte sich Jimenez auch über den Umsatz mit so genannten Wachstumsprodukten. Diese definiert Novartis als Produkte, die 2008 oder später eingeführt wurden oder in den wichtigsten Märkten noch mindestens bis 2017 Patentschutz geniessen.

Wachstumsprodukte generierten im zweiten Quartal Einnahmen von 4,5 Milliarden Dollar und damit 13 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Über das gesamte erste Halbjahr legten sie um 14 Prozent an Umsatz zu. «Das zeigt, dass wir fähig sind, unser Portfolio zu verjüngen», sagte Jimenez.

Das ist auch nötig, denn gleichzeitig brechen Novartis bei Produkten, deren Patentschutz abgelaufen ist, Umsätze weg - allein im zweiten Quartal waren es laut Jimenez rund 700 Millionen Dollar, die dem Konzern wegen der Generikakonkurrenz flöten gingen. Insgesamt nahm Novartis von April bis Juni 14,49 Milliarden Dollar ein.

Nicht vollends zufrieden ist der mit der Konzernchef mit der Restrukturierung des Werks im US-amerikanischen Lincoln. Dort will sich Novartis auf die Herstellung von Produkten in fester und in Pulverform konzentrieren, wodurch rund 300 Stellen verloren gehen.

Die Restrukturierung verlaufe aber langsamer als geplant, räumte Jimenez ein. «Wir sind nicht glücklich über die Zeit, die der Prozess in Anspruch nimmt.»

(chb/sda)