Sandoz, die Generika-Tochter von Novartis, ist in den USA ins Visier der Justiz geraten. Wegen mutmasslicher Preisabsprachen muss sich das Unternehmen vor Gericht verantworten.

George Jespen, Staatsanwalt des Bundesstaates Connecticut, gab am Dienstag bekannt, dass sich deutlich mehr Generika-Hersteller als bisher bekannt in einem Gerichtsverfahren verantworten müssen.

18 Hersteller im Visier der Justiz

Ermittlungen in 46 amerikanischen Bundesstaaten, die seit Juli 2014 laufen, hätten laut der Mitteilung ergeben, dass in der Generika-Branche systematisch Preise abgesprochen und Märkte aufgeteilt würden. Deshalb sind nun nicht mehr nur sechs, sondern 18 Hersteller ins Visier der Justiz geraten. Zu diesem vergrösserten Kreis gehört auch Sandoz. Zudem hat sich die Anzahl unter Verdacht geratener Medikamente von zwei auf 15 erhöht.

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Von der Klage, die bereits im Dezember 2016 beim Bundesgericht in Pennsylvania eingereicht worden war, war unter anderen Teva, die israelische Mutter der deutschen Ratiopharm betroffen. Neu angeklagt wurde nun neben Sandoz beispielsweise auch die indische Sun Pharmaceutical.

2015 wurden in den USA Generika für schätzungsweise 74,5 Milliarden Dollar verkauft. Die Generika-Branche steht für rund 88 Prozent aller ausgestellten Rezepte in den USA. Jepsen beklagt, dass Generika eigentlich dazu gedacht seien, die Medikamentenkosten für amerikanische Konsumenten zu senken; stattdessen seien die Preise für viele Generika explodiert. Schon zu Beginn der Untersuchung hatte Jepsen vermutet, die ursprünglichen zwei Generika entsprächen nur der Spitze des Eisbergs.

(sda/me/mbü)