Der Basler Pharmakonzern Novartis prüft, ob er Teile seines US-Generikageschäfts verkauft oder einstellt. Das schreibt das Unternehmen auf Anfrage der «Handelszeitung». Eine Firmensprecherin schreibt: «Als Reaktion auf den hohen Preisdruck optimieren wir derzeit unser US-Portfolio. Dazu gehören die Veräusserung bezw. Einstellung bestimmter Nicht-Kernprodukte und die Konzentration der Investitionen auf strategische Bereiche, die das Wachstum vorantreiben und den Zugang verbessern werden.» Welche Wirkstoffe von einem möglichen Verkauf betroffen sind und in welchem Umfang das Geschäft abgewickelt werden könnte, ist noch unklar. Das werde zur Zeit evaluiert.

Bei der Überprüfung geht es um die sogenannt einfachen Generika, mit denen Novartis in den USA rund 1,5 Milliarden Dollar Umsatz machen dürfte. Hintergrund ist ein erbitterter Preiskampf, der auf die Umsätze drückt. Sandoz, die Generikasparte von Novartis, machte im dritten Quartal in den USA 10 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich die Preiserosion im nächsten Jahr nochmals beschleunigen wird.

Brutaler Preiskampf

Unklar ist, was das Unternehmen bei einem Verkauf des Geschäfts oder von Teilen davon lösen würde. Branchenkenner gehen davon, dass ein gutes Generikageschäft für das Vierfache des Umsatzes verkauft werden kann. Im Falle der einfachen Generika dürfte es etwas weniger sein.

Sandoz zählt zu den grössten Generikaherstellern der Welt. Zudem ist das Unternehmen führend bei den Biosimilars, den Kopien biotechnologischer Produkte, die zur Zeit neu auf den Markt kommen.

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