In Indien läuft gegen Novartis eine Untersuchung der Arztneinmittel-Behörde Drug Controller General of India (DCGI). Die Beamten haben laut «Business Standard» Novartis die Lizenz für das Mittel «Tiamulin Hydrogenfumarat» entzogen. Es darf nicht weiter ins Land eingeführt werden. Tiamulin ist ein halbsynthetisches Antibiotikum, das für die Zucht von Geflügel und Schweinen eingesetzt wird.

Ein Novartis-Sprecher sagte gegenüber dem «Business Standard», dass man das Medikament in Indien erneut registrieren lassen wolle. Bis dahin habe man alle Marketing-Aktivitäten gestoppt.

Produktionsort in Österreich falsch

Letzten Monat wurde bekannt, dass eine zweite Gesundheitsbehörde, das «Directorate General of Health Services» (DGHS), wegen Verdachts auf Dokumentenfälschung gegen Novartis eine Ermittlung einleitete. So sei in den Unterlagen zu Tiamulin als Produktionsort ein Werk in Österreich angegeben worden, was offenbar nicht stimmt. DGHS drohte in diesem Zusammenhang Novartis ebenso an, in dieser Fabrik der Tochterfirma Sandoz in Kangkampfen/Österreich eine Inspektion durchführen zu lassen.

Sollte sich der Verdacht erhärten, käme auf den Konzern eine empfindliche Geldstrafe zu – auch eine Strafklage wäre denkbar.

(chb/vst)