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Pharma
Novartis will das Silicon Valley erobern

Vas Narasimhan
Vas Narasimhan: Tech statt Antibiotika.Quelle: Keystone

Novartis expandiert im Silicon Valley. Nicht nur Chef Vas Narasimhan sieht die Zukunft in Daten und neuen Technologien.

Gabriel Knupfer
Von Gabriel Knupfer
am 10.10.2018

Der Pharmakonzern Novartis will die Zusammenarbeit mit Tech-Startups und Grosskonzernen wie Apple, Google und Amazon entwickeln und weltweit sogenannte «Innovation Labs» eröffnen, wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtet.

Das neue Projekt – «the Biome» – startet in San Francisco. Zu den ersten Partnern gehören Mekonos, eine Firma die Gentherapien entwickelt und Medable im Digital-Health-Bereich. Beide Unternehmen sind in Palo Alto im Silicon Valley beheimatet.

«Nicht leicht zu knacken»

Für Bertrand Bodson, Chief Digital Officer (CDO) bei Novartis, ist klar: «Technologie, Daten und Forschung finden zueinander». Das sähe man bei Google, Microsoft und Amazon ebenso wie bei zahlreichen Startups. «Doch der Gesundheitsbereich ist nicht leicht zu knacken».

Offensichtlich sind die grossen Chancen einer Zusammenarbeit. Die Pharmakonzerne müssen schneller und effizienter werden um zu bestehen. Und die Techfirmen haben Mittel und Möglichkeiten die Bedürfnisse der Patienten und die Wirkung von Medikamenten mit künstlicher Intelligenz und mobilen Technologien zu überwachen.

Vas Narasimhan setzt voll auf Tech

Der Fokus auf Daten und neue Technologien ist ein starkes Anliegen von Chef Vas Narasimhan. So engagierte Novartis im Januar den ehemaligen Amazon-Manager Bodson als CDO. Und im September investierte der Schweizer Pharmagigant 31 Millionen Dollar in StartUp Health, eine Firma die sich «Moonshot»-Projekten verschrieben hat, also revolutionäre neue Technologien entwickeln will.

Zudem wurde kürzlich eine Kooperationsvereinbarung mit dem chinesischen Techgiganten Tencent unterzeichnet, um im zweitgrössten Pharmamarkt der Welt besser Fuss zu fassen und auch dort in den digitalen Bereich vorzustossen. Gleichzeitig baut Novartis an anderen Stellen ab. So beendeten die Schweizer im Sommer die Forschung zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten in der San Francisco Bay Area und strichen 140 Stellen an der amerikanischen Westküste.

Roche nutzt App für Multiple-Sklerose-Patienten

Mit den Techplänen steht Novartis unter den Pharmakonzernen nicht alleine da. Firmen wie Roche und Pfizer setzen auf Apps um Patienten besser zu erreichen und grosse Mengen an wichtigen Daten zu sammeln. Roche setzt beispielsweise für Multiple-Sklerose-Patienten auf die App Floodlight, mit der Nutzer beim Spielen ihre Informationen mit dem Medikamentenhersteller teilen können.

Auch Roche sieht in diesem direkten Zugang zu Patienten riesige Chancen. Für Chef Severin Schwan sind Daten der grösste Treiber des Wandels in der Branche in den nächsten Jahren, berichtete Bloomberg im September.

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