Im Milliardenprozess wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen in den USA will sich der Basler Pharmamulti nicht zu einem Deal mit der Justiz zwingen lassen, sondern sich vor Gericht verteidigen. Seine Chance sieht er in einer Grauzone in den amerikanischen Gesetzen. Novartis will die Rechtskonformität bestimmter Praktiken beweisen.

Die Staatsanwaltschaft in New York wirft Novartis unter anderem vor, Vertriebsapotheken Patienten für bestimmte Spezialmedikamente auf widerrechtliche Art und Weise zugewiesen zu haben. Doch dafür gibt es bislang keine gesetzliche Grundlage.

Umstrittene Praktiken ausloten

Damit tut sich Novartis die Möglichkeit auf, die Rechtskonformität solcher Praktiken auszuloten. «Der von der US-Jusitz geführte Prozess kann dieses Zusammenarbeitsmodell mit den Spezialapotheken gefährden und erschwert damit die gesicherte Versorgung der Patienten», sagt Novartis.

Der Prozess vor dem Southern District Court in New York ist für den 2. November 2015 vorgesehen. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara wirft Novartis wiederholte Bestechungspraktiken gegenüber Apotheken vor. Die klagefreudige US-Justiz hat mit 3,4 Milliarden Dollar die Busse auf Rekordniveau angesetzt.

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Anders als beim letzten Rechtsfall 2010 gibt sich Novartis unerwartet angriffslustig. Damals wurde die Angelegenheit im Hinterzimmer mit der Justiz geregelt. Diese Option könnte je nach Entwicklung der Lage allenfalls doch noch zum Zug kommen.

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