Die Schweizer Wirtschaft macht Druck auf den Bundesrat, sich stärker für eine Beteiligung der Schweiz am Freihandelsabkommen TTIP einzusetzen. Am Runden Tisch zur Frankenstärke, den Bundesrat Schneider-Ammann am 19. Februar einberief, machten sich neben diversen Verbandsvertretern auch die Konzerne Novartis, Zurich und ABB für das Anliegen stark.

Dies geht aus dem Forderungskatalog zum Runden Tisch hervor, welcher der «Handelszeitung» vorliegt. «Die Schweiz sollte entweder ein eigenständiges Freihandelsabkommen mit den USA anstreben oder die Möglichkeiten eines Anschlusses an die Freihandelszone TTIP prüfen», verlangt etwa die ABB. Mit der Frankenstärke habe die Thematik an Dringlichkeit gewonnen.

Zollnachteile und bürokratische Hürden

Der Versicherer Zurich fordert vom Bundesrat, seine Bemühungen für ein Andocken ans Abkommen zu verstärken. «Die Schweiz muss in den USA äquivalente Marktzutrittbedingungen erhalten, um nicht im Wettbewerb mit der EU-Konkurrenz benachteiligt zu werden.»

Schweizer Firmen drohen in den USA Zollnachteile und höhere bürokratische Hürden gegenüber EU-Anbietern, wenn die Schweiz nicht an das geplante Abkommen andocken kann. Laut Martin Naville, Direktor der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer würden Grossfirmen in diesem Fall die Produktion ins Ausland verlagern. Schlechter dran wäre die KMU-Wirtschaft: «Für kleine Zulieferer hätte das Szenario katastrophale Folgen.» Dies weil nur Waren zollfrei in die USA eingeführtwerden könnten, die mehrheitlich innerhalb der EU oder USA hergestellt werden.

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