In Brasilien haben die Strafverfolger Anklage gegen den deutschstämmigen Grossunternehmer Eike Batista erhoben wegen Marktmanipulation. Knapp ein Jahr nach dem Insolvenzantrag seines Ölkonzerns OGX wollen die Behörden nun Vermögenswerte Batistas über umgerechnet knapp 500 Millionen Euro einfrieren, wie die Staatsanwaltschaft in Rio de Janeiro am Samstag mitteilte.

Mit dem Geld sollen geprellte Investoren entschädigt werden. Batista wird vorgeworfen, vor zwei Jahren Anleger mit einem falschen Versprechen getäuscht zu haben. Der Unternehmer hatte in Aussicht gestellt, 1 Milliarde Dollar in OGX zu investieren, wenn deren Aktienkurs auf ein bestimmtes Niveau sinken sollte. Doch als es dazu kam, hielt sich Batista nicht daran.

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Hat Batista dank Insiderwissen 78 Millionen eingestrichen?

Er wird ferner beschuldigt, mit Hilfe von Insiderwissen umgerechnet 78 Millionen Euro Gewinn eingestrichen zu haben durch den Verkauf von OGX-Aktien. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 13 Jahre Haft.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte der OGX-Konzern, der nun als Oleo e Gas Participações firmiert, Gläubigerschutz beantragt. Es war die grösste Firmenpleite Lateinamerikas. OGX ist das Kernstück von Batistas EBX-Gruppe, die auch im Bergbau, Schiffsbau und als Hafenbetreiber tätig ist.

Ein EBX-Vertreter wollte sich zu der Anklage nicht äussern. Batista hat in der Angelegenheit wiederholt jedes Fehlverhalten bestritten.

Vor einigen Monaten noch reichster Mann Brasiliens

Brasiliens ehemaliger strahlender Vorzeigeunternehmer war vor knapp zwei Jahren noch der reichste Mann Brasiliens und der achtreichste Mensch der Welt. 33 Milliarden Dollar besass Eike Batista seinerzeit – und wollte zum vermögendsten Unternehmer der Welt aufsteigen.

In kürzester Zeit verlor sein Firmenkonglomerat nach komplett verfehlten Zielvorgaben massiv an Wert und fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

(sda/moh)