Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat seine Bereitschaft zu Verhandlungen mit dem noch vor kurzem verschmähten US-Konkurrenten Monsanto signalisiert. Syngenta sei «an allen wertsteigernden Gelegenheiten in der Branche interessiert», sagte der neue Konzernchef John Ramsay in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Dow Jones.

«Das schliesst Monsanto und viele andere mit ein.» Die beiden Unternehmen seien über die Position des jeweils anderen im Bilde, sagte Ramsey. «Wenn es eine Bereitschaft zu Gesprächen gibt, dann sind wir bereit.» Im Sommer war Monsanto mit seinen 47 Milliarden Dollar schweren Übernahmeplänen an Widerstand der Syngenta-Spitze gescheitert. Ramsay war zum damaligen Zeitpunkt Finanzchef.

Konkurrenten fusionierten

Vergangene Woche hatten Dow Chemical und DuPont die grösste Chemiefusion aller Zeiten angekündigt. Damit entsteht auch in der Agrarchemie ein neuer Branchenriese und setzt die Konkurrenz unter Druck. Insidern zufolge dürfte Syngenta neben einem Zusammenschluss mit Monsanto auch den Kauf von Geschäftsbereichen prüfen, die Dow und DuPont aus wettbewerbsrechtlichen Gründen abstossen müssen.

Einem Insider zufolge hat zudem der chinesische Staatskonzern ChemChina ein Auge auf Syngenta geworfen. Ramsay wollte sich zum Stand der Gespräche mit dem weltweit siebtgrössten Agrarchemieunternehmen nicht äussern. Er erklärte aber, dass ein Zusammenschluss mit den Chinesen weniger hohe regulatorische Risiken beinhalten würde als mit den westlichen Rivalen, zu denen auch BASF und Bayer gehören. Ramsay, der die Funktion des Konzernchefs interimistisch bekleidet, bekundete in dem Interview auch Interesse, die Aufgabe dauerhaft zu übernehmen.

(reuters/mbü)