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Budgetstreit
Nun trifft der Shutdown die Wirtschaft

Kampfjet F/A-18E von Boeing: Produktion beeinträchtigt. (Bild: ZVG)

Der Verwaltungsnotstand in den USA geht in den dritten Tag. Und langsam beginnen ihn die Unternehmen zu spüren. Grosskonzerne schicken Tausende Mitarbeiter in einen Zwangsurlaub.

Veröffentlicht am 03.10.2013

Keine Lösung in Sicht: Auch ein 90-minütiges Spitzengespräch zwischen Präsident Barack Obama und führenden Vertretern beider Parteien im Kongress am Mittwochabend im Weissen Haus in Washington blieb ohne Ergebnis. Die oppositionellen Republikaner und Obamas Demokraten konnten sich dabei nicht auf ein Übergangsbudget einigen, um die geschlossenen öffentlichen Einrichtungen wieder zu öffnen. Weil die USA seit dem 1. Oktober keinen verabschiedeten Haushalt haben, sind weite Teile der Verwaltung geschlossen. Hunderttausende Staatsangestellte wurden in die Zwangsferien geschickt.

Der fiskalische Notstand weitet sich indessen auf die Privatwirtschaft aus: Das Rüstungsunternehmen United Technologies kündigte am Mittwoch an, bei seiner Hubschraubertochter Sikorsky Aircraft von Montag an knapp 2000 Angestellte zu beurlauben. Die Zahl könnte auf über 5000 steigen, wenn sich der Notstand bis in den November hinziehe. Der Konzern, der etwa den Militärhubschrauber Black Hawk baut, ist für seine Rüstungsprojekte auf Bundesbeamte angewiesen. Sie überwachen normalerweise die Herstellung, wurden wegen des Notstandes aber beurlaubt.

Boeing ist ebenfalls betroffen

Von den Einschränkungen ist auch Boeing betroffen, weil Tausende Mitarbeiter der Luftfahrtbehörde FAA fehlen. Der Airbus-Konkurrent erklärte, es könne vor allem bei neueren Modellen wie der 787 Dreamliner zu Verzögerungen kommen. Für die Montage von älteren Typen muss Boeing dagegen nicht so viele Genehmigungen einholen.

Auch die Autobranche ist besorgt: Er habe von Händlern in und um Washington gehört, dass am Wochenende weniger Kunden gekommen seien, sagte Mark McNabb, der bei Volkswagen in den USA das Tagesgeschäft führt. Es sei jedoch noch zu früh, um die Folgen fürs Geschäft abzuschätzen, sagte er. «Auf lange Sicht wird das sicherlich Auswirkungen haben.»

Republikaner Boehner: «Der Präsident wird nicht verhandeln»

Die Konservativen wollen einem neuen Etat nur dann zustimmen, wenn die Einführung von Kernstücken der Gesundheitsreform um ein Jahr verschoben wird. Obama lehnt Änderungen an seinem bedeutendsten Sozialgesetz strikt ab. «Der Präsident bekräftigte heute Abend einmal mehr, dass er nicht verhandeln wird», sagte der republikanische Parlamentsvorsitzende John Boehner. Die Demokraten warfen seiner Partei Blockadehaltung vor. Es könne über alle Themen gesprochen werden, sobald die Konservativen den Verwaltungsstillstand beendeten, sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid.

(reuters/sda/se/moh)

 

 

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