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Gesundheit
Nur jeder fünfte Pfleger gegen Grippe geimpft

Spritze für Grippeimpfung: Vorsorgemassnahme.  Keystone

Jeder zweite Arzt und jeder fünfte Pfleger ist laut einer Umfrage gegen Grippe geimpft. Laut Einschätzung eines Infektologen ist diese Quote für einen effektiven Schutz in Spitälern zu niedrig.

Veröffentlicht am 11.01.2015

In Schweizer Spitälern sind laut einer Umfrage 22 Prozent des Pflegepersonals und 51 Prozent der Ärztinnen und Ärzte gegen die Grippe geimpft. Das geht aus einer Erhebung der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» hervor. In der Deutschschweiz ist die Quote besonders tief.

In den befragten Spitälern in der Deutschschweiz sind Schnitt 16 Prozent der Pflegerinnen und Pfleger gegen die saisonale Grippe geimpft. In der Romandie liegt der Anteil mit 32 Prozent doppelt so hoch. Bei den Ärzten gibt es dagegen praktisch keine Unterschiede zwischen den Sprachregionen.

100 bis 300 Tote jährlich durch Grippe-Infektion

Die beiden Zeitungen haben nach eigenen Angaben bei rund 300 Spitälern nach den Impfquoten gefragt. Die Antworten deckten demnach fast 90'000 Personen oder zwei Drittel des Spitalpersonals ab. Sie publizierten die Ergebnisse auf der Internetseite www.spitalgrippe.ch.

Gemäss einer Schätzung des Basler Infektiologen Andreas Widmer sterben in der Schweiz jährlich 100 bis 300 Personen, weil sie sich im Spital an der Grippe angesteckt. Ein Grund dafür dürfte die tiefe Impfquote des Personals sein. Für einen effektiven Schutz bräuchte es laut Widmer eine Impfquote von 50 Prozent.

(sda/me)

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