Eishallen, Schwimmbäder, Sport- und Mehrzweckhallen, Produktions- und Lagerstätten, aber auch Brücken und viele andere öffentliche Bauten basieren auf Tragwerkkonstruktionen. Diese sind zum Zeitpunkt der Erstellung - davon darf man ausgehen - durch fachkundige Ingenieurleistung mit den zum Erstellungszeitpunkt notwendigen Reserven berechnet worden. Immer wieder mussten nun aber in jüngerer Vergangenheit Berichte aus dem In- und Ausland zur Kenntnis genommen werden, bei denen von eingestürzten Tragkonstruktionen zu lesen war.

Für die Eigentümer solcher Bauten ein Problem: Denn Schadensfälle an Gebäuden können haftpflicht- und strafrechtliche Folgen nach sich ziehen. Professionelle Tragwerkzustandskontrollen und exakte statische Analysen schaffen hier Abhilfe: Es macht tatsächlich Sinn, Tragwerke aus Holz seien sie alt oder neu periodisch auf ihre Funktionstüchtigkeit zu kontrollieren. Denn die Geschwindigkeit der natürlichen Alterung ist abhängig von der Art der Nutzung sowie der Summe aller Beanspruchungen. Die Auswirkungen von Luftfeuchtigkeit, Kondensation, Temperaturschwankungen, sogenanntem Meteorwasser oder Korrosion durch Auftausalz sind ebenfalls nicht in jedem Fall klar erkennbar.

Was häufig und gerne vergessen geht, sind auch die schleichenden Veränderungen im Verlaufe der Nutzung. Sogenannt kleine bauliche Erweiterungen oder Nutzungsänderungen werden zu einem dauerhaften Zustand. Dafür ist das Tragwerk dann in aller Regel nicht ausgelegt und das Risiko entsprechend hoch, dass es diesen zusätzlichen Belastungen auf Dauer nicht standhalten kann. Vor allem in Produktions- oder Lagerbauten können zudem nicht gemeldete mechanische Schäden die Leistungsfähigkeit eines Tragwerkes negativ beeinflussen.

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Achtung Haftpflicht

Der Eigentümer des Werks haftet nach Artikel 58 des Obligationenrechts für Schäden, die infolge fehlerhafter Bedienung oder Nutzung sowie von ungenügendem oder mangelhaftem Unterhalt verursacht worden sind. Als Eigentümer gilt dabei, wer als solcher im Grundbuch eingetragen ist. Auch die öffentliche Hand, also Bund, Kantone und Gemeinden, haften für ihre Werke nach Artikel 58, beispielsweise bei Brücken oder Sportarenen. Andere Personen, welche die Anlage betreiben (Mieter, Pächter), sind nicht Werkeigentümer im Sinne des betreffenden Gesetzesartikels. Sie können jedoch aus der normalen Verschuldenshaftung nach Artikel 41 ebenfalls haftbar gemacht werden.

Wichtig: Der Werkeigentümer ist gegenüber dem Geschädigten auch dann haftbar, wenn er die Anlage nicht selbst betreibt, sondern diese vermietet oder verpachtet. Massgebend ist allein das Eigentumsverhältnis zum Zeitpunkt des Schadeneintritts. Vorbehalten bleibt dem Eigentümer jedoch der Rückgriff auf andere Personen, die ihm gegenüber allenfalls für den Unterhalt und die Pflege verantwortlich sind.