Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco warnt die Angestellten vor zu viel Euphorie: «Die Konjunkturerholung in Europa ist fragil und der starke Franken wirkt sich dämpfend auf das Wachstum aus», sagt Seco-Arbeitsdirektor Serge Gaillard gegenüber der «Handelszeitung». Er könne nicht ausschliessen, dass Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit im nächsten Winter wieder zunehmen.

Eine solche Entwicklung wäre äusserst schlecht für die Arbeitslosenversicherung (ALV). Auch wenn noch keine definitiven Zahlen vorliegen: Konservativ gerechnet hat die Kurzarbeit die bereits arg verschuldete ALV allein im vergangenen Jahr zusätzlich mit rund 1 Mrd Fr. belastet. Um das Loch in der ALV zu stopfen, wäre eine langfristige Entspannung auf dem Arbeitsmarkt dringend notwendig.

Kurzfristig haben die Unternehmen wieder mehr zu tun. Wie Recherchen der «Handelszeitung» bei den kantonalen Ämtern für Wirtschaft und Arbeit ergeben, befinden sich gegenwärtig noch 30000 Angestellte schweizweit in Kurzarbeit. Das sind nur noch halb so viele wie auf dem Höhepunkt der Rezession im vergangenen Sommer. Damals arbeiteten rund 60000 Betroffene kurz. In den Spitzenmonaten liessen die krisengebeutelten Unternehmen ingesamt rund 3 Mio Arbeitsstunden ausfallen.

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Noch immer in Kurzarbeit sind spätzyklische Firmen wie der Anlagenbauer Starrag Heckert. Die Werke seien unzureichend ausgelastet, klagt Finanzchef Gerold Brütsch. Um profitabel zu bleiben, sei Kurzarbeit notwendig.