Das Jahr 2006 war ein sehr gutes Jahr für die Nutzfahrzeugimporteure in der Schweiz und ihre Händler. Das Total der Neufahrzeugverkäufe
erhöhte sich um über 13% auf insgesamt 27635 Lieferwagen und Lastwagen. Im 1. Halbjahr 2007 konnte der Schwung von 2006
offenbar «mitgenommen» werden.

Das erfreuliche Wachstum der Nutzfahrzeugverkäufe im vergangenen Jahr machte manchem Importeur wohl Appetit auf (noch) mehr. Ein Blick auf die Zulassungszahlen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zeigt denn auch, dass die Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Bis Ende Juni sind in der Schweiz total 14406 leichte und schwere Nutzfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt worden, das entspricht einem Plus von etwas mehr als 10%. Bei der Interpretation der vorliegenden Zahlen muss allerdings erwähnt werden, dass diese auf der Basis der Astra/Mofis-Statistik beruhen, also nicht mehr direkt vergleichbar sind mit den Zahlen, die wir vor Jahresfrist für das 1. Halbjahr 2006 veröffentlichten. In der neuesten Statistik wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst.

Welche Gewichtsklassen haben nun am meisten vom Aufschwung profitiert im 1. Halbjahr? Aus der Tabelle der Verkäufe nach Gewichtsklassen geht klar hervor, dass vor allem Fahrzeuge zwischen 26 und 32 t Gesamtgewicht stark gefragt waren (+29,5%). Aber auch die leichten Transporter zwischen 2,6 und 3,5 t Gesamtgewicht weisen ein Plus von mehr als 10% auf.

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Renault wieder vor Mercedes

Bei den Lieferwagen und Transportern bis 3,5 t Gesamtgewicht gelang es Renault erneut, sich an die Spitze der Zulassungsliste zu stellen, diesmal mit 1559 verkauften Fahrzeugen. Mercedes-Benz konnte zwar knapp 12% zulegen, erreichte aber die Franzosen nicht ganz. Auch die übrigen Marken steigerten ihre Immatrikulationen teils sehr stark, so etwa Ford (+24,6%), Fiat (+21,5%) oder Iveco (+19,1%). Rückschläge in Kauf nehmen mussten dagegen Nissan (–12,5%), Hyundai (–30,6%) und Kia (–18,7%).


Kaum gefragte Mittelschwere

In der Kategorie 3,5 bis 12 t Gesamtgewicht reduzierten sich die Verkäufe um 30% auf 249 Fahrzeuge. Von den führenden Anbietern weisen nur Iveco und MAN eine Zunahme aus. Der einst erwartete Trend, dass Transporter bis 3,5 t, welche bis zu 6 t Gesamtgewicht eingesetzt werden können, stark zunehmen werden, hat sich nicht bestätigt.

Ab 12 t Gesamtgewicht resultierten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Zunahmen von 17 bzw. 8%. Volvo und Renault konnten ihren Absatz verdoppeln, Iveco verkaufte knapp 60% mehr Fahrzeuge, während Scania ein kleines Plus aufweist. Die übrigen Anbieter mussten Rückgänge in Kauf nehmen. In der Kategorie der 18- bis 26-Tönner legte vor allem DAF deutlich zu, aber auch die beiden Schweden, sowie Iveco und Renault verkauften mehr Fahrzeuge.

In der ganz schweren Klasse ab 26 t und ab 32 t wurden im 1. Halbjahr deutlich mehr Fahrzeuge in Verkehr gesetzt als in der Vorjahresperiode. Vor allem die Nachfrage in der Bauindustrie hat dazu stark beigetragen. Aber auch die gute Wirtschaftslage ist für diese Zunahme verantwortlich, ist doch das zu transportierende Gütervolumen in etlichen Branchen deutlich angestiegen. Die Statistik zeigt aber auch, dass die ganz schweren Fahrzeuge, also die Kategorie ab 32 t, nicht allzu stark gefragt sind. Mit anderen Worten, die Erhöhung des Fahrzeuggewichtes auf 40 t bringt in erster Linie den Transporteuren von Flüssigkeiten und von Schüttgütern Vorteile. Im Stückgutverkehr andererseits werden vorwiegend Fahrzeuge im mittelschweren Bereich eingesetzt.

Mit der stark zugenommenen Lieferfähigkeit für Euro-5-Modelle dürften sich die Neufahrzeugverkäufe auch im 2. Halbjahr auf einem erfreulichen Niveau bewegen. Davon jedenfalls gehen die meisten Importeure aus.