Die EU-Kommission hat grünes Licht für die milliardenschwere Übernahme des US-Börsenbetreibers Nyse Euronext durch die Rohstoffbörse Intercontinental Exchange (ICE) gegeben. Es gebe keine Bedenken, weil sich die Tätigkeiten der Unternehmen nicht überschnitten, teilten die obersten EU-Wettbewerbshüter nach einer Prüfung des Falls in Brüssel mit. Zudem gebe es auch nach der Übernahme ausreichend andere Konkurrenten.

Käufer aus Atlanta

Der Börsenbetreiber aus Atlanta, der sich vor allem auf den Energie- und Agrarrohstoffhandel konzentriert, hatte im Dezember die Übernahme der Traditionsbörse Nyse ausgehandelt. Der Preis liegt bei 8,2 Milliarden Dollar (6,24 Milliarden Euro). Das Geschäft soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein. Durch den Zusammenschluss erhält die ICE Zugang zum Terminmarkt, da die Nyse den Derivate-Markt Liffe in London betreibt.

Ursprünglich wollte die Nyse mit der Deutschen Börse in Frankfurt fusionieren, diese Pläne scheiterten aber am Veto der EU-Kommission.

Solche Übernahmen bedürfen der Zustimmung der EU-Kommission, selbst wenn es sich um nicht-europäische Firmen handelt. Dies gilt dann, wenn die Fusionspartner auf einen Weltumsatz von zusammen mehr als 5 Milliarden Euro kommen und sie in der EU einen Umsatz von jeweils mehr als 250 Millionen Euro erzielen.

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(chb/awp)