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Zinssatz
Nyse Euronext soll künftig Libor festlegen

Der Libor-Zinssatz soll nicht mehr unter den Banken ausgejasst werden. Hier der britische Regulator Martin Wheaton. (Bild: Key)

Die Firma, die den Interbankenzins Libor bisher festlegte, wechselt für ein Pfund den Besitzer. Offenbar ist der Börsenbetreiber Nyse Euronext der Bieter.

Veröffentlicht am 09.07.2013

Der Börsenbetreiber Nyse Euronext soll künftig für die Festlegung des von einem Manipulationsskandal erschütterten Interbanken-Zinses Libor zuständig sein. Das britische Finanzministerium werde die Entscheidung in Kürze bekanntgeben, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach einem Bericht des Senders Sky News zahlt Nyse Euronext für die in Verruf gekommene BBA Libor Ltd, die den Zinssatz bislang festgelegt hat, die symbolische Summe von einem Pfund. Auch der Finanzdienstleister Thomson Reuters, der die Libor-Daten bislang für den britischen Bankenverband eingesammelt hat, hatte Interesse bekundet. Das Finanzministerium, BBA und Thomson Reuters wollten sich zur Sache nicht äussern. Die Nyse Euronext war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Aufseher tüfteln seit Monaten an Ideen, wie sich die Glaubwürdigkeit des Libor wieder herstellen lässt. Er ist einer der wichtigsten Referenzzinssätze für Hypotheken und andere Kredite. Von ihm hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Er wird einmal täglich ermittelt und beruhte bislang auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. In der Finanzkrise haben etliche Geldhäuser bei den Angaben getrickst.

(chb/aho/reuters)

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