Die USA gehen gegen die Verlagerung von Firmensitzen ins Ausland zur Steuervermeidung vor. Die Regierung in Washington verabschiedete am Montag ein ab sofort geltendes Massnahmenpaket, dass sich gegen die zuletzt wieder häufiger angewendete Praxis von amerikanischen Konzernen richtet, ihren Steuersitz durch die Übernahme meist kleinerer Unternehmen im Ausland dorthin zu verlegen.

So wollen die Firmen unter anderem die vergleichsweise hohen US-Unternehmenssteuern umgehen. Die neuen Regeln würden dazu beitragen, diesen Trend umzukehren, sagte Präsident Barack Obama.

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Investoren erwarten Optimierung

Die Regierung fürchtet, dass ihr massiv dringend benötigte Einnahmen wegbrechen. Die Unternehmen argumentieren dagegen, dass sie lediglich versuchten, ihre Steuerlast zu senken - so, wie das Investoren von ihnen erwarteten. Unter anderem ist derzeit Burger King dabei, die kanadische Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons zu übernehmen. Hauptsitz soll Kanada werden.

Der Pharmakonzern AbbVie kaufte jüngst für rund 40 Milliarden Euro den britischen Rivalen Shire. Der Steuersitz soll auf die Kanalinsel Jersey verlagert werden. Die Steuerrate im Konzern wird damit AbbVie zufolge auf 13 Prozent von bislang rund 22 Prozent fallen.

(reuters/gku)