Glücklich, wer Thomas Limberger folgt. Denn dann fliesst Geld. 2006 hatte er als Chef von OC Oerlikon sagenhafte 26 Millionen Franken auf dem Lohnzettel. Erst auf öffentlichen Druck hin reduzierte er diese Summe auf immer noch stattliche 7,7 Millionen. NachfolgerUwe Krüger, der 2009 demissionierte, nahm in seinem letzten Jahr 6,4 Millionen ein, die Hälfte als Abgangsentschädigung. Gearbeitet hatte er 2009 nur bis September.

Im Mai 2010 verliess schliesslich Chefjurist Björn Bajan OC Oerlikon. Er war noch unter Limberger als Generalsekretär und General Counsel eingestellt worden. Kurz vor Bajans Abgang verlor sein Job den Status als Teil der Konzernleitung. Zum Trost gab es hohe Überweisungen: Basissalär und Bonus, zusammen fast 1,1 Millionen Franken, für Januar bis Mai. Zudem einen goldenen Handschlag, der ein Jahres-Basissalär plus Abgangsentschädigung umfasste: insgesamt nochmals 3,2 Millionen. Damit avancierte Bajan 2010 zum höchstbezahlten Mitglied der Konzernleitung: 4,4 von knapp 10 Millionen Franken gingen an den Rechtsexperten.

Grossmeister Limberger hatte 2007 zu Von Roll gewechselt, um dort neue Pflöcke einzuschlagen: Das traditionelle Kabelgeschäft war ihm zu langweilig, also liess er in Wasser- und Energieversorgung oder Oberflächenbeschichtungen expandieren – mit mässigem Erfolg. Dafür stellte er mehrere Manager auf die Strasse und bezeichnete das als «faule Äpfel entfernen». Weil diese sich nach Limbergers Worten «darauf konzentriert hatten, das Unternehmen auf kreative Weise um Geld zu erleichtern».

Anzeige

Apropos: 2007 kassierte er aufs Jahr hochgerechnet 2,6 Millionen Franken. Im Jahr davor erhielt die Führungsriege 2,4 Millionen Franken – alle fünf Personen gemeinsam. 2010 floss noch mehr in Limbergers Kasse: 1,37 Millionen Basissalär, dazu ein Bonus plus eine Abgangsentschädigung von gut 2 Millionen, zusammen 3,9 Millionen Franken, und das für nur elf Monate Arbeit. Ende November schied Limberger aus. Womöglich hatte auch Von-Roll-GrossaktionärAugust von Finck einen faulen Apfel entdeckt.

Dass der Vorwurf überrissener Löhne nochmals in der Öffentlichkeit zum Thema wird, möchte Limberger wohl vermeiden. Zwar zerrte er Trybol-ChefThomas Minder letztes Jahr vor einen Kadi, weil ihn dieser als Abzocker tituliert hatte. Nach einer Gerichtseingabe von Minder wäre jetzt Limbergers Replik fällig. Doch dessen Anwalt hat beim Gericht bereits die zweite Fristverlängerung anbegehrt.