Rund 4 Mio Flugpassagiere pro Jahr sehen rot: Alle, die den Zürcher Flughafen über das Terminal A verlassen, pilgern an der überdimensionalen Werbewand des Technologiekonzerns OC Oerlikon vorbei. Das ändert nun: In wenigen Tagen schaltet Oerlikon – ganz im Sinne des Öko-Trends – auf grün. Der Technologiekonzern wirbt ab dann unter dem Motto «Clean Technologies» für seine umweltfreundlichen Seiten. Die Werbewand kostet das Unternehmen pro Jahr einen mittleren fünfstelligen Frankenbetrag, wie CEO Uwe Krüger vergangene Woche am Rande des Swiss Economic Forums in Thun sagte. «Das ist absolut vertretbar», meint er.

Weniger Gefallen findet Krüger dagegen am Werbevertrag mit Formel-1-Legende Niki Lauda: Dieser trägt bei seinen Fernsehauftritten als Rennsportexperte beim deutschen Privatsender RTL und im österreichischen Staatsfernsehen ORF jeweils die knallrote Oerlikon-Mütze mit der Aufschrit «Living High Technology». Die Summe, die Lauda für den Auftrag erhalte, sei «an der Grenze des Vernünftigen», heisst es bei Oerlikon, man betont aber, dass am Vertrag festgehalten werde.

«Wir stehen zu unseren Verpflichtungen», bestätigt Krüger. Der Vertrag, Anfang 2007 vom Lauda-Vertrauten und Ex-Oerlikon-Hauptaktionär Ronny Pecik eingefädelt, läuft noch weitere zwei Jahre. Dass er verlängert wird, hält man bei Oerlikon für «eher unwahrscheinlich».

Auf einen Sechstel gesenkt

Lauda ist nicht der einzige, der über die Klinge springen muss. Krüger hat laut eigenen Angaben die Marketingausgaben radikal «auf einen Sechstel des bisherigen Volumens» zusammengestrichen. Heute belaufe sich das Werbebudget noch auf einen «einstelligen Millionen-Franken-Betrag».

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Mit anderen Worten: Unter der Ära von Ex-CEO Thomas Limberger – der schon mal ein pompöses Oerlikon-Golfturnier für chinesische Kleinstunternehmer ausrichten liess, die dann aber nichts mit den Schlägern anzufangen wussten – butterte der Konzern zwischen 40 und 50 Mio Fr. pro Jahr in den Aussenauftritt. «Das war völlig überzogen», heisst es heute bei Oerlikon.

2008 will Krüger die Kostensenkungsmassnahmen, auch im Werbebereich, weiterführen. Denn der Konzern schliesslich will spätestens 2009 eine zweistellige Ebit-Marge erreichen. Da muss überall eingespart werden, wo noch Luft ist.