Eine nachhaltige Agglomerationsentwicklung und die Verbesserung der Lebensqualität im städtischen Raum sind zwei wichtige politische Schwerpunkte. Intelligente Verkehrssysteme gewährleisten das fundamentale Recht auf Mobilität bei gleichzeitiger Minimierung der negativen Umwelteinflüsse wie Schadstoffe, Lärm oder Verschwendung von städtischen Lebensräumen.

Der Fahrzeugbauer Hess AG, Bellach, geniesst als Hersteller für hochwertige Busse und Trolleybusse seit vielen Jahren weltweit eine Vorbildrolle. Dies ist ein entscheidender Vorteil bei der Auswahl zum langjährigen Partner im Investitionsgüterbereich. So profitieren die Erstbesteller der neuen Generation, welche die Bezeichnung Swisstrolley3 trägt, von über 65 Jahren Trolleybus-Know-how bei Hess.

Zu den Erstbestellern gehören die Verkehrsbetriebe aus Luzern (VBL), Genf (TPG) und Zürich (VBZ).

Interessant: Dank dem Trolleybus Mehrfrequenzen

Nebst den ökologischen Vorteilen wie Schadstoffausstoss und Energieverbrauch ­ ein Gelenk-Dieselbus verbraucht etwa 60 l/100 km oder 600 kWh/100 km, ein entsprechender Trolley 240 kWh/100 km ­ löst der Trolleybus Mehrfrequenzen aus. Erfahrungen aus Salzburg, wo vollständig von Diesel- auf Trolleybetrieb umgestellt wurde, zeigen dank der Attraktivitätssteigerung Mehrfrequenzen von rund 15%. Auch in Arnheim in Holland stiegen die Mehrfrequenzen nach der Umstellung der Linie 7 im Jahre 1998 um rund 10%.

Life-Cycle-Cost sind fast wichtiger als der Kaufpreis

Ein weiterer Vorteil des Trolleys liegt im guten Erkennungseffekt des Verkehrsystems. Die «Schienen am Himmel» markieren dem Bürger jederzeit die Präsenz des öffentlichen Verkehrs, dies auch dann, wenn keine Haltestelle in Sichtweite ist. Weiter zeigt die langjährige Praxis, dass der Trolleybus im Vergleich zum Dieselbus weniger in Unfälle verwickelt ist. Eine zusätzliche Sicherheit, welche auch von den Fahrgästen wahrgenommen wird, ist die überlegene Traktion des Zwei-Achs-Antriebs: Damit lassen sich schwierige topografische Verhältnisse mit Steilstrecken und einem hohen Fahrgastaufkommen auch bei Schnee und Eis zuverlässig befahren.

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«Mittels aufwendigen Wirtschaftlichkeitsrechnungen und Nutzwertanalysen optimieren wir unsere Fahrzeugflotte», so Norbert Schmassmann, Direktor der VBL AG in Luzern. «Die Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge hängt nicht nur vom Kaufpreis, sondern von den Kosten über die gesamte Lebensdauer, den Life-Cycle-Cost, ab. Diese umfassen nebst den Annuitäten für Verzinsung und Abschreibung auch alle Unterhalts-, Wartungs- und Energiekosten.»

In Luzern hat Hess mit seiner dauerhaften Aluminium-Karosserie seit über 60 Jahren Tradition. Seit 1975 haben alle Trolleybusse und viele Dieselbusse eine Hess-Karosserie; viele Fahrzeuge tragen stolz das Schild «Kilometermillionär» und sorgen mit ihrem korrosionsfreien Aufbau und dem «Swiss Label» für einen gelungenen Auftritt in der Leuchtenstadt.

Als Anfang der 1980er Jahre die ersten Busse mit dem revolutionären Co-Bolt-Wagenkasten von Hess in Betrieb genommen wurden, bemerkte der damalige VBL-Direktor: «Von jetzt an gibt es bei uns nur noch Erstklasspassagiere!» Mit den neuen Swisstrolley3 wird dieser Maxime auch in Zukunft gerecht. «Ab 11. Dezember 2005 kommen die Gelenktrolleys auch auf der verlängerten Linie 7 ins Neubaugebiet Wesemlin/Unterlöchli im Norden der Stadt zum Einsatz», so die Ausführungen von Schmassmann. «Besonders auf solchen steigungs- und kurvenreichen Bergstrecken wirkt sich der traktionssichere Zwei-Achs-Antrieb des Trolleybusses positiv auf die Fahrplanstabilität aus.» Betrachtet man den neuen Swisstrolley3, so überzeugt die optimale Integration des Zwei-Achs-Antriebes. Die beiden Drehstrom-Asynchronmotoren leisten je 160 kW. Sie werden von den beiden auf dem Fahrzeugdach angeordneten und in dem wartungsfreundlichen Container eingebauten Traktionsumrichtern synchron mit Energie versorgt.

Ein Schleuder-Gleitschutz mit ABS/ASR verhindert ein Ausscheren des Gelenkbusses in kritischen Situationen. Aufgrund der zwei angetriebenen Achsen kann eine Erhöhung der Nutzung der elektrischen Bremse und somit eine Erhöhung des Rückspeisegrades erreicht werden. Das rund 18 m lange Fahrzeug ist mit seinem Aluminium-Wagenkasten Typ Co-Bolt von Hess leichter als eine Stahlkonstruktion. Entsprechend vorteilhaft ist der Energieverbrauch des Fahrzeugs für den öffentlichen Verkehr.

Aluminium-Bausätze an weltweite Lizenznehmer

Im Jahr 2005 werden weltweit über 1700 Fahrzeuge in Lizenz von Busherstellern auf vier Kontinenten hergestellt. Nebst dem Struktur-Baukasten aus Aluminium bietet Hess den Lizenznehmern die dazu passenden Module für Interieur und Elektrik und betreut sie mit Produktions- und Techniklösungen.

Alex Naef, Geschäftsführer, Hess AG, Bellach.

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Agglomerationsverkehr: Renaissance für den Trolleybus

Heute stehen in städtischen Gebieten die Signale für die Trolleys aufgrund der Schadstoff-Diskussion mehr denn je auf Grün: Linien werden neu gebaut oder erweitert, so zum Beispiel die Linie 12 in Bern zum Paul-Klee-Museum. Mit der Verstädterung der Landschaft, sprich der Bildung von Agglomerationen, hat der Trolleybus, wie das Beispiel am Genfersee zwischen Vevey, Montreux und Villeneuve zeigt, neues Entwicklungspotenzial erhalten.

Besonders in den Alpenstaaten wurde der umweltfreundliche Trolleybus dank seinen unübertroffenen Eigenschaften im Winter und auf Bergstrecken nie in Frage gestellt. Hier kommt dem Trolleybus ebenfalls die Energiegewinnung aus Wasserkraft zugute.

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Weltweit gibt es heute rund 40000 Trolleybusse, davon etwa 90 in Ländern des ehemaligen Ostblocks und China. 3000 fahren in Westeuropa: Rund 580 in Italien, 550 in Griechenland, 500 in der Schweiz, 380 in Frankreich und 200 in Österreich. (nae)