Mit nachhaltigen Investments haben sich in der Vergangenheit vor allem institutionelle Anleger seitens der Kirchen sowie spezialisierte Banken und Asset Manager befasst. Doch der Wind hat gedreht: Auch private Anleger erkennen zunehmend das Potenzial von langfristigen Engagements. «Nachhaltige Geldanlage» hat sich im Sprachgebrauch zu einer Art Oberbegriff für diverse thematisch ähnliche Investmentansätze entwickelt.

Die bisher dominierende ausschliessliche Sicht auf die wirtschaftlichen Kenngrössen eines Investments wird um ökologische, ethische und soziale Gesichtspunkte erweitert. In der Studie «Trendbarometer Zertifikate 2008» von der Steinbeis Hochschule Berlin, an der 151 Vermögensverwalter und -berater teilnahmen, waren die Befragten in Bezug auf die kommenden Trends am Zertifikatemarkt einer Meinung: Erneuerbare Energien werden auch in Zukunft noch stärker nachgefragt als die beliebten Agrarrohstoffe, gefolgt vom Megatrend Infrastruktur und Wasser als Einzeltrend. Diese ungestützten Angaben der Intermediäre, die offensichtlich einen Teil der Anlagebedürfnisse ihrer Kunden wiedergeben, decken sich erstaunlich stark mit dem aktuell vorhandenen thematischen Produktangebot an nachhaltigen Zertifikaten. Auch bei der VP-Bank Gruppe stellen wir gleichgelagerte Entwicklungen fest. Mit den steigenden Ölnotierungen erfreuten sich nachhaltige Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien zunehmend einer grösseren Beliebtheit.Laut einer Studie der auf nachhaltige Anlagen spezialisierten SAM AG beläuft sich das Volumen auf insgesamt 34 Mrd Fr. per Ende 2007. Darunter fallen vor allem Kollektivanlagen, Mandate und Fonds sowie strukturierte Produkte. Interessant hierbei ist – vor allem in Anbetracht der Hausse bei den Ölpreisen in den ersten Monaten dieses Jahres – dass das Investmentthema «Wasser» mit rund 14 Mrd Fr. bei weitem vor den «erneuerbaren Energien» mit rund 5 Mrd Fr. Marktvolumen rangiert.

Viele Partizipationszertifikate

Grundsätzlich fällt innerhalb der Produkttypen für nachhaltige Investments der hohe Anteil der Partizipationszertifikate von rund einem Drittel auf, denn am gesamten Zertifikatemarkt gemessen beträgt dieser nur 5%. Der Rückschluss liegt daher nahe, dass Anlagen in nachhaltige Investmentthemen als strategisch und langfristig betrachtet werden.

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Dem Trend zu nachhaltigen Investments liegt unserer Ansicht nach heute keineswegs mehr ein Öko-Image oder heilsbringender «Change-the-World»-Aktionismus zugrunde. Vielmehr kommen immer mehr Anleger zum Schluss, dass nachhaltig wirtschaftende Unternehmen am Aktienmarkt eine Outperformance erzielen können. Neben den Investoren und den Emittenten wird die dritte, wesentliche Seite des Zertifikatemarktes angesprochen: Die Investor-Relations-Abteilungen und Vorstände in Unternehmen. Ihr Interesse richtet sich im Sinne eines ganzheitlichen Stakeholder-Denkens zunehmend auf nachhaltige Aspekte aus, die langfristig den Unternehmenserfolg und den Aktienkurs gegenüber Mitbewerbern beflügeln können.