Alle Bemühungen der Nutzfahrzeughersteller, die Effizienz des Lastwagens und des Omnibusses zu verbessern und damit die Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit im täglichen Einsatz zu verbessern, sind zu begrüssen. Mit verschiedenen Massnahmen – vor allem im Motorenbereich – kann der Verbrauch moderner Nutzfahrzeuge kontinuierlich reduziert werden. Der technische Aufwand dafür ist allerdings recht hoch und ist – besonders wichtig für die Käufer – mit einem Mehrpreis verbunden. Auch beim Nutzfahrzeug ist es nicht anders: Alle reden vom Umweltschutz, sobald dieser jedoch ins Gewicht fallende Kosten für den Nutzer verursacht, fängt – diplomatisch ausgedrückt – die Zurückhaltung an.

Wichtig ist, bei all diesen Bemühungen, das Nutzfahrzeug noch umweltfreundlicher zu gestalten, die Gesamtenergiebilanz nicht ausser Acht zu lassen. Es nützt zum Beispiel wenig, wenn Elektrofahrzeuge unterwegs sind, deren Strom aus eher umweltbelastenden Kohlekraftwerken stammt. Hybridfahr-zeuge (Kombination von Diesel- und Elektromotor) werden sinnvollerweise vorwiegend in städtischen Agglomerationen (mit viel Stop-and-Go-Verkehr) eingesetzt. Auf der Autobahn oder im Fernverkehr bei Tempo 100 macht ein Hybridantrieb wenig Sinn. Das Gleiche gilt für elektrisch angetriebene Lieferwagen.

Der nächste Quanten- sprung im Bereich alternativer Antriebe ist ohne Zweifel die Brennstoffzelle, an deren Entwicklung alle Hersteller mit Hochdruck arbeiten. Diese ist allerdings heute noch viel zu teuer für eine Serienfertigung. Bereits stehen jedoch zahlreiche Lastwagen und auch Busse verschiedener Hersteller im täglichen Praxiseinsatz. Zudem wurde an der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover eine grosse Zahl an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben präsentiert. In dicht besiedelten Gebieten ist die Brennstoffzelle die ideale Antriebsquelle. Der technische Aufwand für die Entwicklung alternativer Antriebe ist ernorm und er muss sich in Zukunft rechnen, sonst sind alle diese Aktivi- täten wenig sinnvoll. Nicht wenige Flottenbesitzer wol- len durchaus umweltfreundliche Technik in ihren Fahrzeugen haben, doch diese kostet Geld und schmälert die Marge und verstärkt den ohnehin grossen Wettbewerbsdruck noch mehr.

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Die Quintessenz daraus: Es muss eine sinnvolle Kombination zwischen dem technischen und finanziellen Aufwand und den zukünftigen Ansprüchen der Fahrzeugkäufer gefunden werden, sonst ergeben alle diese Bemühungen kaum in nützliches Resultat.