Vergangene Woche filzten Ermittler der EU die grössten europäischen Ölkonzerne wegen des Verdachts auf Preismanipulationen. Nun weitet die EU-Kommission die Ermittlungen laut einem Bericht der «Financial Times» aus: Sie habe Auskunftsersuche an die in der Schweiz ansässigen Rohrstoffhändler Glencore, Vitol, Gunvor und Mercuria und eventuell weitere geschickt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Unternehmen wollten sich gegenüber der «Financial Times» nicht äussern. Ein Verdacht, dass sich die Ermittlungen gegen die Handelshäuser richteten, gebe es derweil nicht, schreibt die Zeitung.

«Es sind sehr allgemeine Fragen - wir werden um Hilfe gebeten - fast wie ein Zeuge», zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten Vertreter eines der in Genf ansässigen Unternehmen. Aus einer anderen der Firmen heisst es von einem ebenfalls anonymen Mitarbeiter: «Es war nur eine Frage der Zeit. Jeder, der irgendwelche Verbindungen zum Ölhandel hat, wird ein Auskunftsersuch erhalten.» 

Shell, BP und Statoil durchsucht 

Die EU-Kommission hatte Mitte Mai mehrere Ölkonzerne wegen des Verdachts auf Preismanipulation durchsuchen lassen. Ermittler der Brüsseler Behörde hätten Unternehmen in zwei Mitgliedstaaten sowie in einem weiteren europäischen Land unter die Lupe genommen, teilte die Kommission in Brüssel mit.

Die Firmen sind im Geschäft mit Rohöl, Biokraftstoffen und Ölprodukten tätig. Sie könnten zusammengearbeitet haben, um die Preise beim Energieinformationsdienst Platts zu verzerren, der diese Angaben veröffentlicht. Zu den durchsuchten Konzernen zählten Shell, BP und Statoil. 

(tno/vst)